Rückkauf von Staatsanleihen
Griechenland könnte Schulden um 20 Milliarden Euro senken

Nach einem Bericht des Finanzministeriums könnte Griechenland seine Schulden durch einen Rückkauf von Staatsanleihen senken. Ökonomen, Politiker und Industrievertreter fordern dagegen einen drastischen Schuldenschnitt.
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Düsseldorf/Berlin/AthenMit einem Rückkauf von Staatsanleihen könnte Griechenland einem Medienbericht zufolge seine Staatsschulden um 20 Milliarden Euro senken. Zu diesem Ergebnis seien Beamte des Bundesfinanzministeriums gekommen, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Samstag in einer Vorabmeldung. Dabei würde der Euro-Rettungsschirm EFSF Griechenland Geld geben, damit das Land seine Anleihen selbst zum Marktpreis von privaten Gläubigern zurückkaufen könne. Für Griechenland wäre dies ein gutes Geschäft. Anleihen des Euro-Landes kosten derzeit nur die Hälfte ihres Nennwertes. 

Wie der „Spiegel“ weiter berichtete, ist der Rückkauf eine von mehreren Varianten, die Finanzminister Wolfgang Schäuble zur Lösung der griechischen Schuldenkrise prüfen lässt. Andere Vorschläge seien unter anderen ein echter Schuldenschnitt, verbunden mit dem Tausch von Griechenland-Anleihen in längerfristige, mit Garantien besicherte Papiere. Im Gespräch sei weiter Schäubles Vorschlag einer „sanften Umschuldung“ von Anfang Juni. Er sieht vor, die Laufzeiten aller Griechenland-Anleihen um sieben Jahre zu verlängern. Beide Modelle gelten in Europa derzeit nach Angaben aus dem Finanzministerium allerdings als weniger konsensfähig als das Rückkaufprogramm, wie das Blatt berichtete. Derzeit diskutiere die Europäische Union mit der Finanzbranche die verschiedenen Möglichkeiten einer griechischen Umschuldung. So berieten Manager der Banken HSBC, BNP Paribas und der Deutschen Bank sowie Vertreter der Allianz mit Mitarbeitern der EU und des internationalen Bankenverbandes IIF beispielsweise, wie die Restrukturierung von griechischen Bonds genau aussehen könnte und welche Banken die Abwicklung des komplizierten Geschäftes übernehmen könnten. Bis Mitte August könnten detaillierte Vorschläge fertig sein, hieß es. Beim Finanzministerium war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. 

In der kommenden Woche sollen sich am Donnerstag Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone treffen, um über die Hilfen für Griechenland zu diskutieren.

Vor dem Sondergipfel der Euro-Länder sind in Deutschland die Forderungen nach einem Schuldenschnitt für Griechenland lauter geworden. Vertreter von Regierung und Opposition, Wirtschaftsverbänden und Wissenschaft plädierten für einen Teilerlass der Schulden, um dem hochverschuldeten Land wieder auf die Beine zu helfen. Politiker der schwarz-gelben Koalition drängten auf eine Klärung vor Ende der Sommerpause. 

Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz erklärte einen Schuldenschnitt für «unausweichlich». Allerdings müsse dieser so gestaltet werden, «dass daraus für die Euro-Zone kein Desaster erwächst», sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur  Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung dem «Focus». Eine Möglichkeit wäre, dass der Euro-Rettungsschirm EFSF griechische Staatspapiere mit einem «gehörigen Abschlag» in von ihm ausgegebene Anleihen umtausche, sagte Franz. Ein solcher  Umtausch würde mit 170 Milliarden Euro bei dem Rettungsschirm zu Buche schlagen. 

Auch der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) verlangte einen umfassenden Schuldenerlass. In einem Brief an Industrie-Führungskräfte forderte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel laut «Bild am Sonntag», die «Gesamtschuldenlast des Landes auf ein tragfähiges Niveau» zu senken. Dabei sei eine Beteiligung privater Gläubiger «unabdingbar». Keitel machte sich auch für Wiederaufbauhilfen an Griechenland stark.

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  • Kann mir mal einer sagen was die deutschen Politiker
    seit Kohl in DE noch als demokratische Politik
    abgeliefert haben . Immer ging der Daumen nach unten
    für den Normalbürger . Eine Kürzung jagt die andere .
    Und jetzt sollen die Normalos wegen dem Euro noch für die Ausländer zahlen u. die Multis sind wieder fein
    raus .2012 ist Feierabend , dann haben wir in fast allen Euro -Ländern Volksaufstände .

    Das ganze pol. System ist wohl eher eine Diktatur !

  • COMMUNISM(Slowenien/Slovenia) IN EASTERN EUROPE TODAY(2011) !!! http://sloveniatoday.blogspot.com or http://easterneuropetoday.wordpress.com/ OR COMMUNIST GENOCIDE IN "SLOVENIA" WHERE GERMANS(also Croatians in Croatia) ARE GETTING WIPED OUT TODAY IN 2011 UNDER RUSSIAN FLAG AND GREATER BYZANTINE SERBIAN(new Yugoslavia) AGENDA 66 YEARS AFTER WWII OR 20 YEARS SINCE THEIR "INDEPENDENCE"(independence on paper only) JUST AS PREVIOUSLY IN VOJVODINA.

    DICTATOR OBAMA = STALIN = BUSH or USA = SOVIET UNION http://avsecbostjan.blogspot.com/ or http://avsecbostjan.wordpress.com/ ...TO LEARN WHO, HOW, AND WHY RUINED YOU…FROM 911 TO WHITE AMERICAN REFUGEES IN EXILE SEEKING ASYLUM RIGHT NOW !!! TIME TO DETERMINE WHOSE INDEPENDENCE/AMERICA, WE CELEBRATE TODAY(who want to erase us and denies us the right to exist) !!!

  • @schnippschnappschnudi

    Auge um Auge, Zahn um Zahn (Matthäus 5.38)
    Ach, meine Güte, ich sehe hier eine sensible Reaktion! Lieber "schnippschnappschnudi" es liegt dir fern von Niveau zu sprechen!! Ich verfolge nun seit Monaten die Kommentare deutscher Medien, sogennanter "Experten" und - noch schlimmer - die Kommentare der einfachen "Durschschnittsdeutschen"! Jeder äußert seine geistige Gülle gegen ein ganzes Volk! Mein Kommentar im Verhältnis zu den Beleidigungen, die ich darin gelesen habe, ist ein Kindermärchen.

    Ps. mit Steinzeitmenschen kennt ihr euch - als Neandertaler - ja bestens aus!! Die Sprache versteht ich ja.

    Wer austeilt, muss auch einstecken können! Das sind die Regeln.

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