Rückkehr in den Heimatverband
Hohlmeier verlässt die Münchner CSU

Die frühere bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU) hat nach massiver interner Kritik ihren Austritt aus der Münchner CSU erklärt. Die 43jährige Strauß-Tochter erklärte am Montag, sie werde in ihren oberbayerischen Heimatverband im Kreis Ebersberg wechseln.

HB MÜNCHEN. Zuvor waren im Münchner Parteivorstand Sanktionen bis hin zum Parteiausschluss erwogen worden. Hohlmeier betonte, sie habe sich bereits vor Wochen entschieden, nach ihrer Aussage vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags die Arbeit in der Münchner CSU zu beenden.

Die Münchner Parteispitze hatte am Wochenende beschlossen, nach der Bundestagswahl am 18. September Konsequenzen gegen Hohlmeier zu ziehen. Auslöser war ihr Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss in der vergangenen Woche. Hohlmeier hatte die übereinstimmenden Zeugenaussagen von Vorstandsmitgliedern der Münchner CSU für falsch erklärt und damit führende Parteifreunde indirekt der Lüge bezichtigt. So bestritt sie, in der Münchner CSU-Wahlfälschungsaffäre Vorstandskollegen mit Drohungen unter Druck gesetzt zu haben.

CSU-Bezirkschef Otmar Bernhard bestätigte am Montag, dass der Stadtverband „gegebenenfalls Konsequenzen“ gegen Hohlmeier ziehen wolle. Einen Parteiausschluss, wie von einzelnen Vorstandsmitgliedern gefordert, nannte er allerdings „nicht angebracht“.

Hohlmeier, Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, will jetzt in den Ortsverein Vaterstetten- Parsdorf wechseln. Dort sei sie bereits früher Mitglied und als Gemeinderätin sechs Jahre lang tätig gewesen, erklärte sie.

Hohlmeier hatte im Zuge der Münchner Wahlfälschungsaffäre bereits im vergangenen Jahr den Vorsitz der Münchner CSU abgeben müssen. Im April trat sie auch als Kultusministerin zurück. In der Affäre hatten CSU-Nachwuchspolitiker versucht, interne Wahlen mit gekauften Mitgliedern und gefälschten Aufnahmeanträgen zu manipulieren.

Bernhard reagierte am Montag erleichtert auf Hohlmeiers Austritt aus dem Bezirksverband. „Das ist vernünftig im Sinne des Bezirksverbands, aber auch im Sinne Hohlmeiers, weil es wesentlich zur Entspannung der Situation beiträgt.“

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