Rückläufige Erstsemesterzahlen
Schavan verteidigt Studiengebühren

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sieht „keinen direkten Zusammenhang“ zwischen den rückläufigen Erstsemesterzahlen und den neuen Studiengebühren. Dagegen spreche, dass „etwa Bayern und Hamburg Zuwächse verzeichnen, obwohl sie Gebühren einführen“, sagte Schavan dem Handelsblatt.

BERLIN. Der neue Sprecher der Wissenschaftsminister der Union, Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) hingegen räumte ein: "Der Zusammenhang mit den Gebühren ist nicht einfach von der Hand zu weisen, aber auch nicht der einzige Beweggrund, nicht zu studieren." Deshalb sei das von einer CDU/FDP-Koalition regierte Sachsen-Anhalt wie die anderen neuen Länder bei der Entscheidung über Gebühren "auch so zögerlich", sagte Olbertz dem Handelsblatt. "Ob ein Land Studiengebühren hat oder nicht: Es darf kein Abiturient aus rein wirtschaftlichen Gründen von einem Studium abgeschreckt werden. Deshalb brauchen wir Stipendien, Bonisysteme und einen Gebührenerlass für besonderes gute Absolventen. Zudem sollten die Länder gesetzlich regeln, dass das Gebührenaufkommen ausschließlich zusätzlich den Hochschulen zukommt."

Auch die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und Koordinatorin der SPD-Länder, Doris Ahnen, schließt nicht aus, „dass schon die Diskussion um die Studiengebühren junge Menschen verunsichert und sie von einem Studium abschreckt“. „Das darf nicht passieren“, sagte sie dem Handelsblatt. Ein weiterer Grund "für die rückläufigen Zahlen mag in Zulassungsbeschränkungen liegen". Sie sagte, sie hoffe, dass der Hochschulpakt neue Impulse setzt.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte davor, nur auf Studienanfänger zu setzen. „Noch wichtiger ist es, die Absolventenquoten durch bessere Lehre und intensivere Betreuung deutlich zu steigern. Abbrecherquoten von rund 40 Prozent wie z.B. in Informatik sind nicht akzeptabel“, sagte er dem Handelsblatt. Hundt plädierte dafür, künftig mehr Frauen für technische Fächer zu werben.

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