Rücksicht auf Merkel
Stoiber will kein TV-Duell mit Lafontaine

Anstatt sich im Fernsehen mit ihm zu streiten, zieht es CSU-Chef Edmund Stoiber vor, sich mit Linkspartei-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine in einem Zeitungs-Streitgespräch verbal zu duellieren. Die CSU versichert eilends, Stoiber kneife nicht - er nehme Rücksicht.

HB BERLIN. Bei einem solchen Printduell könnten die Argumente Schwarz auf Weiß miteinander verglichen werden, begründete ein CSU-Sprecher die Entscheidung am Montag in München. Allerdings stehe noch nicht fest, wo, wann und in welcher Form das Zeitungs-Streitgespräch ausgetragen werden solle. Stoiber hatte Lafontaine zu einem Wahlkampfduell herausgefordert, was zunächst als Angebot zu einer TV-Auseinandersetzung aufgefasst worden war. Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel betonte, sie habe sich in die Diskussion nicht eingeschaltet. Die Linkspartei, auf deren Liste Lafontaine kandidiert, beharrte auf einem Fernseh-Streitgespräch. Bundeskanzler Gerhard Schröder lehnte ein Duell mit dem früheren SPD-Vorsitzenden ab.

Linkspartei-Sprecher Hendrik Thalheim bekräftigte das Interesse Lafontaines an einem Fernsehduell mit dem bayerischen Regierungschef. "Bei uns häufen sich die Anfragen von Fernsehstationen, die dieses Streitgespräch gern veranstalten und übertragen wollen", erklärte Thalheim. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ludwig Stiegler, warf Stoiber einen Rückzieher vor. "Wieder einmal ist Stoiber als heldenhafter Siegfried, der Drachentöter, gestartet und als harmloser Papiertiger gelandet."

Ein Sprecher Stoibers betonte dagegen, von einem Rückzieher Stoibers könne "absolut nicht" die Rede sein, da ein TV-Duell zwischen Stoiber und Lafontaine nie zur Debatte gestanden habe. Merkel sagte bei einem Termin in Wittenberg, sie habe nicht interveniert, damit statt eines Fernsehduells nur ein Zeitungsstreitgespräch stattfinde. Mit Stoiber habe sie "kein einziges Wort" über das Duell gewechselt. Zugleich gab sich die CDU-Chefin mit Blick auf die Sinnhaftigkeit eines Duells zwischen Lafontaine und Stoiber reserviert. "Man kann die Argumente austauschen miteinander", sagte sie lediglich.

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