Rücktritt erklärt: Bundespräsident Christian Wulff gibt auf

Rücktritt erklärt
Bundespräsident Christian Wulff gibt auf

Christian Wulff ist als Bundespräsident zurückgetreten. Zum Abschied weist er alle Vorwürfe zurück. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht sich indes auf die Suche nach einem neuen Präsidenten - und die Piraten zeigen Härte.
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BerlinDer Druck war dann doch zu groß: Nach nur 20 Monaten im Amt hat Bundespräsident Christian Wulff seinen Rücktritt erklärt. Er habe nicht mehr das nötige Vertrauen einer breiten Mehrheit der Bevölkerung, sagte Wulff im Berliner Schloss Bellevue zur Begründung. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte am Vorabend beim Bundestag die Aufhebung der Immunität Wulffs beantragt, um ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Vorteilsannahme einleiten zu können.

Deutschland brauche einen Bundespräsidenten, „der von dem Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürger getragen wird“. Nach den Vorwürfen der letzten Wochen sei dies „nachhaltig beeinträchtigt“, sagte Wulff in Berlin. Er könne daher das Amt nicht mehr so wahrnehmen, wie es notwendig sei. Seine Vertretung werde Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) übernehmen. Auf der Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremer Gewalt am kommenden Donnerstag werde Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen.

Die Bundeskanzlerin hat den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff mit „größtem Respekt und tiefem Bedauern“ aufgenommen. Sie will nun einen gemeinsamen Kandidaten von Koalition und Opposition für die Nachfolge von Christian Wulff als Bundespräsident vorschlagen. Das sagte die CDU-Vorsitzende in Berlin.

Wulff betonte, er sei davon überzeugt, dass die anstehende rechtliche Klärung der Vorwürfe gegen ihn „zu einer vollständigen Entlastung führen wird“. Er habe sich in seinen Ämtern stets korrekt verhalten. Er sei immer aufrichtig gewesen. Die Medienberichterstattung in den vergangenen zwei Monaten habe seine Frau und ihn verletzt, sagte Wulff.

Er gab seinen Rücktritt in einer persönlichen Erklärung bekannt, zu der er kurzfristig in seinen Amtssitz Schloss Bellevue geladen hatte. Begleitet wurde er von seiner Frau Bettina, bei der er sich ausdrücklich bedankte.
Wulff hatte sich 2010 bei der Präsidentenwahl gegen den ehemaligen Bürgerrechtler in der DDR, Joachim Gauck, durchgesetzt, der für SPD und Grüne ins Rennen gegangen war. Gauck zählt immer noch zu den potenziellen Nachfolge-Kandidaten.

Kommentare zu " Rücktritt erklärt: Bundespräsident Christian Wulff gibt auf"

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  • Wo haben denn nur die meisten Kommentatoren deutsche Rechtschreibung gelernt???

  • ... wird sie nicht denn dann wird sie wegen Verletzung ihrer elterlichen Fürsorgepflicht durch die Boulevardpresse angezählt! lol

  • Weltfremd und Bürgerfremd hat sich der Bürger Wulff in den letzten Monaten verhalten, verblendet von Macht und Privilegien. Jetzt folgt der steile Absturz: vom Bundespräsidenten zum Normalbürger bis möglicherweise rechtskräftig verurteiltem Straftäter. Schuld daran ist nur er selbst.

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