Rücktritt erwartet: Wulff kündigt Erklärung an

Rücktritt erwartet
Wulff kündigt Erklärung an

Christian Wulff stellt sich. Der Bundespräsident hat eine Erklärung angekündigt. Und nun will auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Statement abgeben. In Berlin wird mit Wulffs Rücktritt gerechnet.
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BerlinDie schwarz-gelbe Koalition erwartet offenbar einen Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff. Wie mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend unter Berufung aus Koalitionskreise berichten, wollen die Parteichefs von CDU, CSU und FDP am Samstag in Berlin zu Beratungen zusammenkommen, um über die Situation zu beraten. Erwartet wird, dass dabei bereits über einen Nachfolgekandidaten gesprochen wird. Wichtig sei, dass die Koalition hier einen ersten Aufschlag mache, hieß es in den Kreisen. Es bestehe aber auch Bereitschaft, einen gemeinsamen Kandidaten mit der Opposition zu suchen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte in einem beispiellosen Schritt die Aufhebung von Wulffs Immunität beantragt, um Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsannahme gegen ihn einleiten zu können.

Unter dem Eindruck drohender staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen hat Bundespräsident Christian Wulff für Freitagvormittag eine persönliche Stellungnahme angekündigt. Um 11 Uhr werde er sich in Schloss Bellevue erklären, teilte das Bundespräsidialamt am Morgen in Berlin mit. Zum Inhalt wurden keine Angaben gemacht.

Angesichts der Entwicklung im Fall von Bundespräsident Christian Wulff hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre für Freitag geplante Italien-Reise abgesagt. Sie kündigte stattdessen für 11.30 Uhr ein Statement im Bundeskanzleramt in Berlin an. Das teilte das Bundespresseamt am Freitag mit. Merkel wollte am Freitag in Rom den italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti treffen. Die Reise soll dem Vernehmen nach nun womöglich kommende Woche nachgeholt werden.

Auch Vizekanzler und FDP-Chef Philipp Rösler will um 13.00 Uhr am Stuttgarter Flughafen eine Erklärung zum Thema Bundespräsident abgeben.

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  • Wenn die (Zentral-) Banken-Kritik der Grund gewesen wäre, dann hätte Wulff dies aber erkennen und spätestens dann, als Enthüllungs-Maschinerie zum Laufen kam, aufstehen, öffentlich kämpfen und seine Thesen unters Volk bringen müssen. Eine laue Rede reicht nicht, um mir diese Position glaubhaft zu machen.

  • Ich hatte schon ziemlich zu Beginn der Kausa Wulff die Vermutung geäußert, dass Wulff aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber den verblendeten Eurorettern, weggemobt werden sollte. Merkwürdigerweise kommt nur ein paar Tage nach seinen erneut kritischen Äußerungen zur Eurorettung (Anfang der Woche in Italien) der Todesstoss. "Neue" Verdachtsmomente, Aufhebung der Imunität, ...!
    Das sind schon eigenartige Zufälle. Ja, Wulff hat sich vielleicht nicht immer korrekt verhalten. Aber wenn man die Reihen der Politiker durchforsten würde, wäre keiner zu finden, der eine absolut weiße Weste hat.
    Meiner Meinung nach ist Wulff für unser Merkelchen zu unbequem geworden und es würde die Gefahr bestehen, dass er sich bei den anstehenden Entscheidungen zur Rueorettung quer stellt. Also muss er, ebenso wie zuletzt Köhler, weg.
    Ich würde wetten, dass danach ein Merkel-gefügiger Präsident eingesetzt wird. Ähnlich der Neubesetzung beim Bundesverfassungsgericht, wo ja jetzt auch eine CDU-Marionette installiert wurde.

  • "Der Islam gehört zu Deutschland"
    Nun, jetzt steht Ihm der Weg frei, zu konvertieren und seine Religion auszuleben.
    Das Sinnbild der "Political Correctness" ist an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert. Und das ist gut so und gut für Deutschland. Unser Land braucht Rückrat und keine Anbiederung und es jedem "Recht machen".
    Herr Wulff, Tränen um Sie vergiesst nur Hr. Erdogan in Ankara, sonst niemand.

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