Rücktrittsforderungen
Juso-Chefin verlässt „Rote Hilfe“

Die neue Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel wird wegen ihrer Mitgliedschaft im Verein Rote Hilfe immer schärfer attackiert: Bundestagsabgeordnete der Union verlangten den Rücktritt der Jura-Studentin, weil sie „Aktivistin einer linksextremen Organisation“ sei, die die RAF-Morde verharmlose. Jetzt zog die 27-jährige Berlinerin Konsequenzen.

HB BERLIN. Die SPD-Spitze nahm Drohsel indes in Schutz. „Ich glaube, da wird etwas skandalisiert“, sagte SPD-Chef Kurt Beck der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte, Drohsel sei eine aufrechte, junge Demokratin, die sich nicht pauschal alle Ziele der Roten Hilfe zu eigen mache, sondern vor allem den angebotenen Rechtsbeistand für Globalisierungsgegner unterstützen wolle. Auch die Grüne Jugend nannte die Rücktrittsforderungen aus Union und FDP „absurd und gefährlich“.

Dagegen erklärten Marco Wanderwitz, Dorothee Bär und Julia Klöckner von der „Jungen Gruppe“ der Unionsfraktion: „Wir haben im Bundestag bereits eine Fraktion, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Wenn die Jugendorganisation der SPD nun auch noch in diese Richtung driftet, ist unsere Demokratie bedroht.“ Weiter meinten die Politiker, wer auf der linken Seite des Parteienspektrums weit am Rand stehe und gute Kontakte mit Extremisten pflege, könne die Extremisten auf der rechten Seite nicht glaubwürdig bekämpfen. Bei Drohsel sei die linke Politik mit der gezielten Bedienung linksextremer Themen Programm.

Mittlerweile hat Drohsel ihren Rückzug aus der linksextremen Organisation „Rote Hilfe“ angekündigt, sich aber nicht klar von dem Verein distanziert. „Die Diskussionen der vergangenen Tage haben mir gezeigt, dass die Jusos nicht aufgrund ihrer politischen Positionen, sondern wegen meiner privaten Mitgliedschaft bei der „Roten Hilfe“ wahrgenommen werden. Das möchte ich nicht. Deshalb werde ich aus der „Roten Hilfe“ austreten“, sagte Drohsel dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“.

„Ich bin in die „Rote Hilfe“ eingetreten, weil ich es richtig und wichtig finde, dass jeder Mensch das Recht auf Verteidigung hat. Vereine wie die „Rote Hilfe“ tragen dazu bei, dass Menschen, die mittellos sind, einen guten Rechtsbeistand bekommen. Jetzt steht für mich als Juso-Vorsitzende jedoch die Arbeit meines Verbands im Vordergrund.“ Drohsel kritisierte die Diskussion über ihre Mitgliedschaft bei der „Roten Hilfe“. Diese sei zum Teil sehr unsachlich und diffamierend geführt worden, besonders von Teilen der Union. Es sei „nicht gerechtfertigt, mir die Nähe zu Extremisten oder gar Terroristen zu unterstellen“, sagte sie.

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