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Rücktrittsforderungen: Linken-Chef Ernst massiv unter Druck

Der Parteichef der Linken, Klaus Ernst, sieht sich immer neuen Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Es geht um möglicherweise manipulierte Mitgliederzahlen. Doch auch andere Spitzenpolitiker der Partei werden kritisiert.

Der Vorsitzende der Linken, Klaus Ernst, steht unter Druck. Quelle: dpa
Der Vorsitzende der Linken, Klaus Ernst, steht unter Druck. Quelle: dpa

HB MÜNCHEN. Jetzt hat der bayerische Landesschatzmeister der Linken, Ulrich Voß, Ernst zum Rücktritt aufgefordert. "Er wusste um die Ungereimtheiten und hat nichts dagegen unternommen", sagte Voß der "Süddeutschen Zeitung" zufolge. Ernst, damals noch stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei, habe "unkorrekte Mehrheiten in Kauf genommen und möglicherweise davon profitiert". Deshalb wäre es "an der Zeit für ihn, zurückzutreten. Als Parteichef ist er völlig untragbar geworden". Ähnlich äußerte sich der frühere bayerische Landesvorsitzende der Linken, Franc Zega.

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"Erklärtes Ziel eines großen Teils der Partei ist es, Klaus Ernst als Parteichef zu stürzen", wird Zega im Nachrichtenmagazin "Focus" zitiert. Die Linke sei einst angetreten, "nicht so zu sein wie andere Parteien, wenn es um Postengeschacher und persönliche Vorteile geht", sagte er. "Aber jetzt zeigt sich, dass wir zum Teil schlimmer sind als die anderen."

Voß kritisierte in der "Süddeutschen Zeitung" auch Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi und Ernsts Co-Parteivorsitzende Gesine Lötzsch. "Die beschimpfen mich, ohne meine Feststellungen vorher überprüft zu haben", sagte Voß. Lötzsch und Gysi hatten Ernst den Rücken gestärkt und Voß scharf attackiert.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts tns-Emnid im Auftrag von "Focus" sprachen sich 37 Prozent der Linkspartei-Wähler für eine Ablösung von Ernst aus. Insgesamt halten 62 Prozent der Bundesbürger Ernst als Parteichef für untragbar. Befragt wurden 1 004 Menschen.

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