Rücktrittsforderungen
Schummelverdächtiger CDU-Minister verliert Rückhalt

Noch ist nichts bewiesen, die Uni prüft noch. Doch Parteifreunde brechen schon den Stab über den unter Plagiatsverdacht stehenden niedersächsischen Kultusminister Bernd Althusmann (CDU).
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HannoverNiedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) soll nach Ansicht führender CDU-Kreise noch vor Klärung der Plagiatsvorwürfe gegen ihn zurücktreten. „Meiner Meinung nach wäre es richtig, die Flucht nach vorn anzutreten“, sagte ein nicht genantes Mitglied der Parteispitze der Onlineausgabe der „Mitteldeutschen Zeitung“. Nach der Einleitung eines formellen Plagiatsverfahrens sei davon auszugehen, dass ihm der Doktortitel aberkannt werde. Mit einem solchen Makel könne man nicht Kultusminister bleiben.

Die Bundes-CDU rechnet nach Informationen der Zeitung schon seit längerem mit einem Rücktritt. Der Minister könne sein Amt nicht mehr mit der nötigen Autorität ausüben, heißt es im Konrad-Adenauer-Haus. Als Nachfolgerin Althusmanns ist nach Angaben aus Parteikreisen in Hannover die Leiterin der Staatskanzlei, Christine Hawighorst (CDU), im Gespräch. Sie war im Kultusministerium schon einmal Staatssekretärin.

Die Universität Potsdam hatte am Mittwoch ein formelles Prüfverfahren gegen den CDU-Politiker eingeleitet, nachdem Althusmann die Vorwürfe gegen ihn in einer schriftlichen Stellungnahme nicht hatte ausräumen können.

Nach Mitteilung der Universität Potsdam führte eine vorläufige Untersuchung der Dissertation zu keinem klaren Ergebnis. Die „Vorprüfung“ komme zu dem Schluss, „dass die Verdachtsmomente nicht hinreichend ausgeräumt werden konnten“. Sie ließen sich allerdings auch nicht bestätigen.

Ein anonymer Autor hatte Althusmann in der Wochenzeitung „Die Zeit“ vorgeworfen, in seiner Doktorarbeit auf 88 von 114 Seiten Zitate aus anderen Werken nicht korrekt ausgewiesen und damit gegen die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens verstoßen zu haben. Althusmann, der derzeit auch Vorsitzender der Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder und des Bundes ist, wies die Vorwürfe zurück und nannte sie „inszeniert“. Er räumte lediglich ein, seine Dissertation könnte „mögliche handwerkliche Fehler“ enthalten. Dabei gehe es aber nur um die genaue Zitierweise.

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  • Schon interessant, wie partei-intern bei der CDU gearbeitet wird. Daß auf Seiten der Links-Grünen, Linken und Ganz-Linken ebenso verfahren würde, wäre mir neu.

  • Ich bin für eine Unabhängige Zentralbehörde, der jede Dr.-Arbeit zur Überprüfung vorgelegt werden muß.
    Ich glaube es werden zu viele Dr.-Titel für schwachsinnige Dissertationen vergeben, die meisten gehen an sogenannte Politiker, warum ist dies so???
    Weg mit gekauften, und nicht selbstverfassten Dr.-Titeln.
    Sofortige Bestrafung aller erwischten Plagiatsschreiber.
    Sofortiger Entzug des Politischen Mandats, sowie Kürzungen der Politischen Pensionen.
    Danke

  • Ihrem 2. Punkt würde ich doch widersprechen wollen.

    Unter der Annahme, dass die Arbeit selbständig erstellt wurde, kann der PRozess der Erkenntnissgewinnung durchaus hilfreich für den Beruf sein, da man sich ja doch neue Kenntnisse, Arbeitsweisen, Denkstrukturen aneignet.

    Bei einer nicht selbsterstellten Arbeit, geht es einem meißtens nur um Geld und Ansehen. Und sind wir ehrlich, ein Dr.-Ing. wird mehr verdienen als ein Dipl.-Ing.

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