Rückzug von Seehofer ist ein Verlust
Glos: Gesundheitsstreit hat Union geschadet

CSU-Landesgruppenchef Michael Glos hat zugegeben, dass der Streit zwischen CDU und CSU über die Reform des Gesundheitswesens der Union geschadet hat. „Wir haben zu lange gebraucht, um zueinander zu finden, zum Beispiel bei der Gesundheit“, sagte Glos am Freitag im ZDF. „Wir standen zu lange Zeit als zerstritten da.“ Gerade bürgerliche Wähler wollten dies allerdings nicht.

HB BERLIN. Nach einer Umfrage des ZDF-Politbarometers liegen CDU/CSU in der Wählergunst aber unverändert bei 41 %, die SPD könnte einen Punkt auf 30 % zulegen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Grünen geben demnach einen Punkt ab und kommen auf zehn Prozent, die FDP bleibt bei sieben Prozent, die PDS bei sechs.

Glos bezeichnete den Rückzug des CSU-Sozialexperten Horst Seehofer aus der Spitze der Unions-Bundestagsfraktion als Verlust. Nach dem ZDF-Politbaromter glauben 54 % der Befragten, dass Seehofers Rücktritt als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union schade, 33 % erwarten keine Auswirkungen, und nur acht Prozent glauben, dass der Verzicht Seehofers CDU und CSU nutze.

Seehofers Nachfolger als Sozialexperte und Fraktionsvize ist nun der CSU-Politiker Wolfgang Zöller . Der 62-Jährige wurde am Freitag von der CSU-Landesgruppe in einer Sondersitzung zum Nachfolger bestimmt. Glos sagte über Zöller: „Er ist glaubhaft, (...) der kann auch andere Menschen überzeugen.“ Seehofer hatte seinen Posten abgegeben, weil er den von den Unionsspitzen ausgehandelten Kompromiss zur Gesundheitsreform wiederholt als unsozial abgelehnt hatte und dafür aus den Reihen der Union massiv kritisiert wurde. Dem ZDF sagte Seehofer, er habe Zöller gesagt, der Posten des Sozialexperten sei ein minenhaltiges Politikfeld. „Ich habe ihm schlicht und einfach gesagt, er soll so authentisch bleiben, wie er ist, und niemals etwas anderes vertreten als was er mit sich selbst vereinbaren kann.“

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