Rüstung
Schwere Waffen für Bundeswehr in Afghanistan

Angesichts der immer heftigeren Kämpfe mit den radikal-islamischen Taliban nimmt die Bundeswehr in Afghanistan einen Kurswechsel vor: Nach Informationen des Handelsblatts wird sie erstmals schweres Gerät wie den Schützenpanzer "Marder" einsetzen. Das kündigte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, in der vertraulichen Sitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestages an.

BERLIN. Die SPD forderte zudem die Stationierung und den Einsatz von Kampfhubschraubern auch im Norden des Landes, für den Deutschland die Verantwortung übernommen hat. Hintergrund ist die massiv verschlechterte Sicherheitslage. Am Montag griffen US-Kampfflugzeuge im Norden erstmals in Kämpfe mit den Taliban ein, an denen die Bundeswehr beteiligt war.

Der verstärkte Einsatz gepanzerter Fahrzeuge in Afghanistan wird vom Parlament seit langem gefordert. Künftig kann die schnelle Eingreiftruppe (QRF) vier "Marder"-Schützenpanzer einsetzen. Dies ist jedoch nicht unumstritten, weil das Kettenfahrzeug die gerade gebauten Straßen zu zerstören droht. Die Soldaten erhalten zudem gepanzerte und bewaffnete "Eagle"-Transporter sowie weitere gepanzerte Transportfahrzeuge der Typen "Dingo" (27 Stück) und "Fuchs" (19 Stück). Eine neue Qualität hätte der Einsatz der neuen "Tiger"-Kampfhubschrauber. In der Bundeswehr wird zudem immer wieder der Einsatz von Panzerhaubitzen in Afghanistan gefordert, das Verteidigungsministerium lehnt den Einsatz von Artillerie aber bisher ab.

Um die Internationale Schutztruppe in Afghanistan (Isaf) zu stärken, plant die Bundesregierung zudem eine weitere Ausweitung der Afghanistan-Mission. Das Kabinett beschloss am Mittwoch den Einsatz von bis zu 300 weiteren Bundeswehrsoldaten beim Einsatz der Awacs-Aufklärungsflugzeuge der Nato. Der Bundestag soll darüber am 3. Juli in abschließender Lesung entscheiden. Die vier Radarflugzeuge können im Gegensatz zu den bereits in Afghanistan eingesetzten deutschen Tornado-Aufklärungsflugzeugen digitale Bilder in Echtzeit übertragen - und damit theoretisch auch Kampfeinsätze dirigieren.

Der Haushaltsausschuss des Bundestags gab am Mittwoch wie erwartet grünes Licht für eine Reihe von Rüstungsaufträgen. So wurden etwa 2,87 Mrd. Euro für den Kauf von 31 weiteren "Eurofighter"-Flugzeugen bewilligt und gut drei Mrd. Euro für den Einstieg in die Serienproduktion des Schützenpanzers "Puma". Außerdem billigten die Haushälter die Anschaffung des "Puma", der den "Marder" ablösen soll.

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