Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann
SPD-Politiker sollen bei Panzerdeal kassiert haben

Zwei Ex-SPD-Bundestagsabgeordnete sollen vom Rüstungskonzern KMW Honorare in Millionenhöhe erhalten haben. Der Verdacht: Es könnte sich um Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit Geschäften in Griechenland handeln.
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MünchenZwei ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete sollen nach Presseinformationen vom Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mehr als fünf Millionen Euro an Honoraren erhalten haben. Es gebe dabei den Verdacht, dass es sich um Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit Geschäften des Münchner Rüstungskonzerns in Griechenland handeln könnte, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Montagsausgabe). Das Blatt beruft sich auf die Ergebnisse einer internen Untersuchung zu zwei Panzergeschäften; KMW soll die Untersuchung selbst in Auftrag gegeben haben.

Das Geld soll demnach heimlich von 2000 bis 2005 an die Beratungsgesellschaft der beiden früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Luuk und Heinz-Alfred Steiner geflossen sein. KMW hatte dem Bericht zufolge im vergangenen Jahrzehnt für fast zwei Milliarden Euro Leopard-2-Panzer und Panzerhaubitzen nach Athen verkauft. Die Anbahnung und der Abschluss der Panzer-Deals fallen demnach vor allem in jene Jahre, in denen laut der Untersuchung die Ex-Abgeordneten Luuk und Steiner über eine Firma namens BfS das Millionen-Honorar von KMW bekommen hätten.

Luuk saß von 1980 bis 1990 im Bundestag. Steiner gehörte dem Parlament von 1980 bis 1994 an und war zeitweise Vizechef des Verteidigungsausschusses. Mit der Untersuchung hatte Krauss-Maffei Wegmann laut "SZ" die Wirtschaftsprüfgesellschaft PwC beauftragt. PwC kam offenbar zu dem Ergebnis, der Verwendungszweck des Millionen-Honorars für Luuk und Steiner sei nicht nachvollziehbar.

Die Wirtschaftsprüfer waren dem Bericht zufolge eingeschaltet worden, nachdem ein früherer Rüstungseinkäufer im griechischen Verteidigungsministerium Ende vergangenen Jahres gestanden hatte, bei den Panzer-Deals von griechischen Beratern des deutschen Konzerns bestochen worden zu sein.

Dass die Zahlungen an die langjährigen SPD-Politiker bei den KMW-internen Untersuchungen zu den Panzergeschäften aufgeflogen sind, erweckt laut "SZ" den Verdacht, mit diesen Mitteln in Millionenhöhe sei Einfluss auf die Auftragsvergabe in Athen genommen worden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann: SPD-Politiker sollen bei Panzerdeal kassiert haben"

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  • Speziell seit der Rot/GRÜNEN-Koalition ist der profitable, kranke Lobbyismus in Deutschland geboren !

    Wer ist durch die schmierige "Politik" Millionär geworden ?
    Da spielte das politische Können keine Rolle. Nur GIER !

  • SPD ist die Forsezung der "NSDAP" nur will das hir nimand verstehen...!

  • Auch die Roten kassieren, wenn es eben geht. Steuerehrlichkeit ist ebenfalls nicht bekannt. Und Gabriel, dem man nichts glauben kann, wird den Irrsinn weiterführen. Liebe Bürger, wählt endlich Alternativen zu den verlogenen Blockparteien. Nur Veränderungen schützen mehr vor Kriminalität.

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