Ruf nach Eignungstests
DIHK-Chef Braun fordert radikale Reform der Lehrerausbildung

Aus „Sorge um die Fachkräfte von morgen“ hat der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, eine radikale Reform der Lehrerausbildung gefordert.

bag/dpa BERLIN. Um die zögerlichen Bundesländer „wachzurütteln“, legte der DIHK ein Reformkonzept vor. Danach sollen Lehrer künftig von Anfang an die Praxis kennen lernen. Die Ausbildung selbst soll nicht mehr nach Schularten, sondern Klassenstufen differenziert sein. Auch Erzieher sollen einen Bachelor machen. Zugleich mahnte Präsident Ludwig Georg Braun zur Eile: Der anstehende Generationswechsel in der Lehrerschaft dürfe nicht ungenutzt verstreichen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat den Vorstoß des DIHK ausdrücklich begrüßt. Das entspreche dem, was die GEW seit Jahren diskutiere, sagte deren Vorsitzende Eva-Maria Stange im Deutschlandradio Kultur. „Wir müssen wegkommen von dieser Schultypen-Ausbildung.“

Bislang ist Schulbildung nicht gerade traditionelles Terrain des DIHK. Dass aber jeder fünfte Schulabgänger nur bedingt ausbildungsfähig sei und fast zehn Prozent keinen Abschluss schafften, sei für den Wirtschaftsverband Grund genug „uns einzumischen“, so Braun. Ändern könne man dies nur über eine bessere Ausbildung der Lehrer, die mitverantwortlich seien für den Erfolg der Schüler auf dem Arbeitsmarkt. Der Bundeselternrat unterstützt die DIHK-Initiative. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßte das Konzept.

Grundsätzlich ist der Reformbedarf der Lehrerausbildung unter Experten wie Politikern weitgehend unumstritten. Passiert ist dennoch nicht viel. Noch Ende 2004 räumte die damalige KMK-Präsidentin ein, die Länder stünden hier noch ganz am Anfang. Lediglich Rheinland-Pfalz habe zumindest die Verzahnung von theoretischer Ausbildung an der Hochschule und Praxiserfahrung in den Klassenzimmern vorangebracht, sagte die Bildungsexpertin des DIHK, Sybille von Obernitz.

Entscheidend sei aber nicht, „wie weit einzelne Länder sind“, fügte sie hinzu, sondern ein bundesweiter Fortschritt. Auch der Vorsitzende des Bundeselternrates, Wilfried Steinert, fordert ein detaillierte verbindliche Einigung der Kultusminister. Anderenfalls müsse der Bund die Sache in die Hand nehmen.

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