Rundfunk-Interview
Müntefering nennt Konkurrenten "Weicheier"

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering FDP und CDU indirekt als "Weicheier" bezeichnet.

HB BERLIN/DÜSSELDORF. Müntefering sagte am Mittwoch in einem Interview mit dem Deutschlandfunk über SPD-Ministerpräsident Peer Steinbrück: "Der kann das! Das ist ein kantiger Typ. In Berlin sage ich immer, er ist meistens freundlich zu uns, aber wenn er die Interessen seines Landes zu vertreten hat, dann kann er auch mal auf den Tisch hauen. So jemand braucht Nordrhein-Westfalen auch. Nordrhein-Westfalen kann nicht von Weicheiern regiert werden, sondern das muss jemand sein, der starke und kantige Politik machen kann."

Zugleich erteilte Müntefering Neuwahlen im Bund im Falle einer Niederlage in NRW eine Absage. "Das hat damit nicht unmittelbar etwas zu tun", sagte der SPD-Vorsitzende. Nach FDP-Chef Guido Westerwelle hatte am Mittwoch auch der CDU-Ministerpräsident des Saarlands, Peter Müller, für vorgezogene Neuwahlen plädiert. "Ich würde es begrüßen, wenn der Weg dazu so schnell wie möglich freigemacht würde", sagte Müller dem "Stern". "Unser Land steht vor so gewaltigen Problemen, wir können uns weitere anderthalb Jahre mit einer angeschlagenen Regierung nicht leisten".

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