Russische Medien sehen Merkels kritisch
Union wendet sich vom Kreml ab

Der CDU-Außenpolitiker Wolfgang Schäuble hat für den Fall eines Wahlsiegs seiner Partei im Herbst einen Kurswechsel in der deutschen Russlandpolitik angekündigt. Die von Kanzler Schröder unterstützte Achse Moskau-Berlin-Paris sei nur von geringem Nutzen gewesen.

HB MOSKAU. Die besonderen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland sowie neue Achsen würden niemandem weiterhelfen, zitierte die russische Tageszeitung "Wremja" am Dienstag den CDU/CSU-Fraktionsvize in einem Interview. Nach einem Regierungswechsel würden die Beziehungen zwischen beiden Ländern anders gestaltet, betonte Schäuble.

Schäuble erteilte der vom Kreml maßgeblich geförderten Achse Moskau-Berlin-Paris aus den Zeiten des Irakkriegs eine Absage. Es sei auch im Interesse Moskaus, gute Beziehungen zur gesamten Europäischen Union zu unterhalten. Damit bräuchten sich auch die Polen in Zukunft keine Sorgen über ein zu enges deutsch-russisches Verhältnis zu machen, sagte er laut der Übersetzung des Interviews.

Schäuble kritisierte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der mit Präsident Wladimir Putin befreundet ist, für seine lobenden Äußerungen zum Stand der Demokratie in Russland. Im Interesse guter Beziehungen zu Moskau müsse man auch klare Worte zur Lage im Konfliktgebiet Tschetschenien oder zum umstrittenen Prozess gegen den früheren Ölmagnaten Michail Chodorkowski finden. Das biete ein festeres Fundament für eine Freundschaft als das Verschweigen unangenehmer Fragen, zitierte das Blatt Schäuble.

In den russischen Medien wird die Kanzlerkandidatur Angela Merkels kritisch bewertet. In Moskau gilt die CDU-Vorsitzende als Fürsprecherin einer engeren Partnerschaft mit den USA. Die russische Führung sieht Kanzler Schröder als wichtigsten Verfechter Moskauer Interessen in der EU und NATO.

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