Russisches Gas: Putins Macht über unsere Heizung

Russisches Gas
Putins Macht über unsere Heizung

Die Krim-Krise zeigt, wie abhängig Deutschland von Russland ist – denn das Land ist unser wichtigster Gaslieferant. Doch wo genau verbrauchen wir Putins Gas? Und wie könnten wir uns seinem Einfluss entziehen?
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DüsseldorfSeit dem 8. November 2011 geht es ohne Umwege: Seitdem schießt das Erdgas durch die Röhre der Nord-Stream-Pipeline vom russischen Gasfeld Juschno-Russkoje durch die Ostsee nach Deutschland. Was die Geschäftsbeziehungen noch einmal verbessert hat. Russland ist der mit Abstand wichtigste Gaslieferant für Deutschland, 38 Prozent des hiesigen Bedarfs wurde 2013 durch die Ostsee-Pipeline und die Leitungen, die durch die Ukraine und über Weißrussland führen, gedeckt – fünf Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Wie abhängig die guten Geschäftsbeziehungen gemacht haben, offenbarte nun die Krim-Krise. Kritiker wie der polnische Ministerpräsident Donald Tusk mutmaßten bereits, Kanzlerin Angela Merkel sei im Umgang mit Kremlchef Wladimir Putin so zurückhaltend, da sie sonst befürchten müsste, die Gaslieferungen in ihr Land würden abgeschnitten. Die deutsche Energiewende als Hemmschuh internationaler Politik?

Die Antwort ist Ja und Nein. Nein, wenn die Energiewende daran bemessen wird, wie wir unseren Strom gewinnen. Ja, wenn die Energiewende grundsätzlich den Energieverbrauch in Deutschland betrachtet. Denn Erdgas ist zwar ein wichtiger Bestandteil im deutschen Energiemix – allerdings ist seine Bedeutung für die Wärmeerzeugung deutlich höher als für die Stromerzeugung.

Laut der Zahlen, den die großen energiewirtschaftlichen Verbände veröffentlichen (Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen), lag der Primärenergieverbrauch – also die gesamte Menge an Energieverbrauch, zum Beispiel Heizung, Kühlung, Verkehr und andere – in Deutschland im Jahr 2012 bei 13.757 Petajoule oder 3821 Milliarden Kilowattstunden. 33 Prozent dieses Bedarfs wurde durch Erdöl gedeckt, 24,9 Prozent durch Stein- und Braunkohle, 11,6 Prozent durch Erneuerbare Energien, 7,9 Prozent durch Kernenergie – und 21,5 Prozent durch Erdgas. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz eins.

Das Erdgas muss Deutschland zu einem Großteil importieren. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) werden nur elf Prozent der benötigten Menge durch eigene Förderung gewonnen. 38 Prozent kommen aus Russland, 26 Prozent aus den Niederlanden und 20 Prozent aus Norwegen.

Mehr Reserven durch Einsparprogramme im Haushalt

Mit hohem Druck gelangt das Gas durch die Pipelines nach Deutschland, vermischt sich hier im Erdgasnetz. Der Druck nimmt nach und nach ab: Je weiter der Weg, je weiter verzweigt das Netz, je dünner die Leitungen, desto geringer wird er. Zwischengeschaltet sind Speicher, die den unterschiedlichen Bedarf in Sommer- und Wintermonaten ausgleichen und Verdichterstationen, die den Druck in den Rohren wieder aufbauen, wenn das Gas diesen durch zu viel Reibung in der Leitung verloren hat. So gelangt es schließlich zum Verbraucher – den Kraftwerken oder den Haushalten:

  • 29 Prozent des Gases wird in Privathäusern verbrannt: Gasthermen lassen die Heizungen in Wohnungen und Häuser erwärmen. In geringeren Mengen wird das Gas für Warmwasser und zum Kochen verwendet. 2009 wurde in 18,6 Millionen deutscher Haushalte mit Gas geheizt.

  • 13 Prozent benötigt der Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistung. Dazu zählen Behörden genauso wie Bäckereien.

  • 27 Prozent des Gases benötigt die Industrie, um ihre Anlagen auf Temperatur zu bringen. Dazu gehört auch die chemische Industrie, um andere chemische Produkte wie Kunststoffe zu produzieren.

  • 26 Prozent geht an die Kraftwerke, für Fernwärme und um in Strom verwandelt zu werden.

  • Der Rest geht an eine Reihe kleinerer Erdgasverbraucherkategorien wie beispielsweise die Erdgasautos im Verkehr.

„Die Stromversorgung in Deutschland ist durch Engpässe bei Gaslieferungen aus Russland nicht akut gefährdet“, sagt Lukas Emele, Energieexperte am Öko-Institut in Berlin. Schon jetzt würden Gaskraftwerke nur wenig laufen, da Kohle derzeit als Ergänzung zu den Erneuerbaren Energien für die Energiekonzerne günstiger ist.

Für Emele ist der Blick allein auf die Stromversorgung jedoch kontraproduktiv – da das Gas in Deutschland wie beschrieben vor allem an anderer Stelle verbraucht wird – der größte Teil beim Heizen. So ließe sich aus seiner Sicht die Abhängigkeit von russischem Gas tatsächlich schon im Kleinen verringern. „Durch Einsparprogramme im Haushalt oder durch die energetische Sanierung von Häusern wird Erdgas frei, dass anderweitig verwendet werden kann“, sagt Emele.

Eine weitere Möglichkeit für Eigentümer, sich Putins Einfluss zu entziehen, ist der Wechsel der Heizquelle in den eigenen vier Wänden – was aber natürlich Kosten verursacht. Dennoch lässt sich durch Heizen mit dem eigenen Holzofen eine Unabhängigkeit von Gas und elektrischem Strom bei der Wärmeerzeugung erreichen.

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Putins Macht über unsere Heizung

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„Ganz kommen wir vom russischen Gas nicht weg“

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  • die Russen sind nicht nachtragend, man kann sich mit denen immer wieder an verhandlungstisch setzen.

    vielleicht könnte Gabriel Rabatte für D aushandeln, das eine Ende des Rohrs führt ja nach D. Was könnte man im Gegenzug anbieten?..

    und in der Zwischenzeit tuffteln wir weiter an der E-Wende..

  • @sayTheTruth
    Das schweizer Fernsehen hat sonntags die Sendung "Sternstunde Philosophie" geistig etwas anspruchsvoller als "Wetten dass.." od. aehnlihches. Empfehle Sendung vom So.30/03/2014, SFR1, ueber Internet. Wie gesagt man muss sich schon fuer solche Sendungen interessieren, setzt auch etwas Bildung voraus. Aber duerfte evtl. den meisten Kommentatoren hier vermutlich so gut wie keine Schwierigkeiten bereiten. Sie sind gewiss alle bereit, ein bisschen Anstrengung zu machen. Obs nuetzt??
    Frage: warum der Name "saythetruth", d.h. Sprache des Feindes??

  • der traum, dass es bald alle deutschen versklavt sind, geht schneller in erfüllung als sich das die bilderberger überhaupt vorstellen konnten.

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