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27.04.2005 
Sieg im Zweiten Weltkrieg

Russland feiert mit Freund und Feind

Auf kein historisches Datum ist Russland so stolz wie auf den 9. Mai 1945. Vor 60 Jahren kapitulierte das geschlagene Hitler-Deutschland, das die Welt mit Krieg und Verderben überzogen hatte, in Berlin bedingungslos vor den sowjetischen Truppen. Am Tag zuvor hatte das Deutsche Reich bereits gegenüber den West-Alliierten die Waffen gestreckt.

Russlands heutiger Präsident Wladimir Putin.Lupe

Russlands heutiger Präsident Wladimir Putin.

HB MOSKAU. Zum prunkvollen Gedenken an den Sieg im Zweiten Weltkrieg lädt Präsident Wladimir Putin zum 9. Mai Alliierte wie ehemalige Feinde nach Moskau ein. Es ist absehbar das letzte große Jubiläum, an dem noch Kriegsveteranen mitfeiern können.

„Der Zweite Weltkrieg war die größte Katastrophe in der Geschichte der Menschheit und zugleich die wichtigste Lektion für die heutige Generation und alle zukünftigen“, sagt Putin. US-Präsident George W. Bush, Jacques Chirac aus Frankreich und der britische Premier Tony Blair werden in Moskau erwartet genau wie Vertreter der früheren Feindstaaten, Bundeskanzler Gerhard Schröder und der japanische Regierungschef Junichiro Koizumi.

Kein anderes Land hatte so viele Tote zu beklagen wie die Sowjetunion im Großen Vaterländischen Krieg - nach Schätzungen bis zu 27 Millionen Menschen. „Fast jede Familie ist heimgesucht worden und hat Verwandte verloren“, sagt der russisch-orthodoxe Patriarch Alexi II. Bei dem deutschen Überfall 1941 wurden tausende Städte und Dörfer in der Sowjetunion verwüstet, bis 1942/43 in der Schlacht von Stalingrad die Wende gelang. Im Gegenschlag trieb die vom Sowjetdiktator Josef Stalin befehligte Rote Armee die Deutschen bis zur Elbe vor sich her und hisste die rote Flagge auf dem Reichstag in Berlin.

Angesichts von Millionen Toten grenzt es an ein Wunder, dass Russen und Deutsche heute versöhnte Freunde sind. „Das Verhältnis war noch nie so gut“, sagt Kanzler Schröder. Vor zehn Jahren reiste sein Vorgänger Helmut Kohl zwar zum 9. Mai nach Moskau, vermied aber eine Teilnahme an der Siegesparade auf dem Roten Platz. Schröder wird mit den anderen Gästen auf der Tribüne am Lenin-Mausoleum sitzen.

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