RWI-Studie
Pflegeheime: Teuer ist nicht automatisch gut

Teuer gleich gut - diese Rechnung geht bei deutschen Pflegeheimen nicht automatisch auf. Es lasse sich kein statistischer Zusammenhang zwischen Preisniveau und Ergebnisqualität feststellen, lautet ein Ergebnis des "Pflegeheim Rating Reports 2009". den das Essener Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung vorgestellt hat.

HB ESSEN/BERLIN. Zwar seien teurere Heime baulich besser ausgestattet und böten eine bessere soziale Betreuung. "In Bereichen wie beispielsweise Flüssigkeits- und Nahrungsgabe, Sondenernährung und Versorgung bei Demenz schneiden sie jedoch nicht nachweisbar besser ab." Als Grund vermuten die Forscher einen "derzeit kaum ausgeprägten Qualitätswettbewerb zwischen Pflegeheimen".

Preisunterschiede gebe es zudem insbesondere auf regionaler Ebene. Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein seien besonders teuer, während Heime in den neuen Ländern und Niedersachsen vergleichsweise günstig seien.

Untersucht wurden die Daten von allen 11 000 Pflegeheimen in Deutschland. Ihre wirtschaftliche Lage wird sich laut Studie langfristig stabilisieren, auch wenn es aktuell noch Überkapazitäten gebe. Da immer weniger Angehörige die Pflege übernähmen, werde die Zahl der stationären Pflegefälle bis zum Jahr 2020 voraussichtlich um 36 Prozent steigen. Damit würden fast 80 000 zusätzliche Pflegefachkräfte gebraucht. Dies könne zu einem wachsenden Preisdruck und einer möglichen Bildung von Pflegeheimketten führen (Internet: www.rwi-essen.de).

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