Saarland
Kramp-Karrenbauer zur Ministerpräsidentin gewählt

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ist neue saarländische Ministerpräsidentin - doch im ersten Wahlgang verweigerten ihr zwei Abgeordnete die Treue. Erinnerungen an Heide Simonis in Schleswig-Holstein wurden wach.
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Saarbrücken/BerlinDie bisherige saarländische Sozialministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ist im zweiten Wahlgang zur Ministerpräsidentin des Landes gewählt worden. Sie erhielt am Mittwoch bei der geheimen Abstimmung im Saarbrücker Landtag 26 Stimmen und damit die erforderliche Mehrheit.

Im ersten Wahlgang war sie noch überraschend gescheitert: Sie erzielte lediglich 25 Stimmen, genauso viel wie ihr Gegenkandidat Heiko Maas (SPD) und damit nicht die notwendige einfache Mehrheit der 51 Abgeordneten. Ein Abgeordneter enthielt sich der Stimme. Daraufhin wurde die Sitzung unterbrochen.

Die Jamaika-Koalition verfügt rechnerisch über 27 Stimmen, die Opposition von SPD und Linken über 24. Kramp-Karrenbauer bekam im ersten Durchgang nur 25 Stimmen - dies bedeutet, dass zwei Abgeordnete der Koalition nicht für Kramp-Karrenbauer gestimmt haben und einer von ihnen sogar für den SPD-Politiker Maas.  

Die bisherige Sozialministerin tritt die Nachfolge von Ministerpräsident Peter Müller an, der in den vergangenen zwölf Jahren im Saarland regiert hat. Er wird als neuer Richter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gehandelt. Ende Mai hatte Kramp-Karrenbauer bereits den CDU-Landesvorsitz von Müller im kleinsten deutsche Flächenland übernommen.

Die 49-Jährige ist nach Christine Lieberknecht (CDU) in Thüringen und Hannelore Kraft (SPD) in Nordrhein-Westfalen die derzeit dritte weibliche Chefin eines Landeskabinetts. Nach der Landesverfassung hätte solange gewählt werden müssen, bis ein Ministerpräsident bestimmt ist - im schlimmsten Fall hätte der Landtag aufgelöst und Neuwahlen anberaumt werden müssen.

Kramp-Karrenbauers Hängepartie erinnert an das Abstimmungsdrama um Heide Simonis bei der Ministerpräsidentenwahl 2005 in Schleswig-Holstein. Simonis erreichte auch nach vier Wahlgängen immer noch nicht die erforderliche Mehrheit. Bis heute ist nicht geklärt, welcher Abgeordnete ihr die Stimme verweigerte - er ging als "Heidemörder" in die Geschichte ein. Simonis stand für einen fünften Wahlgang nicht mehr zur Verfügung. Ihr Nachfolger wurde der heutige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU).

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Kommentare zu " Saarland: Kramp-Karrenbauer zur Ministerpräsidentin gewählt"

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  • Und wieder so ein Weib. Die CDU wird offensichtlich völlig verweibischt. Ordentliche Männer scheinen einen Bogen um die CDU zu machen.
    Na dann viel Spaß.
    Je mehr Weiber in die Politik kommen und gekommen sind, desto schlechter wurde und wird es.
    Kein Mann kann so fanatisch und ideologisch sein wie Weiber.
    Für mich persönlich sind drei Frauen auf einem Haufen schon eine mittlere Katastrophe.
    Ich habe mal in einer englischen Firma gearbeitet, da gab es nur Ing. und Techniker, ich war die einzige Frau und die einzige Deutsche.
    Es waren meine schönsten Berufsjahre

  • Das erinnert mich an Hamburg. Da haben auch die Grünen in Regierungsverantwortung den OB torpediert, mit dem Ziel danach eine Rot-Grüne Regierung aufzumachen. geklappt hat es nciht.

    Jetzt wittern die Grünen hier wieder Morgenluft und starten einen zweiten Angriff auf CDU und FDP.

  • Erinnert mich an das Wettrennen zweier großer Schreibmaschinenhersteller Ende der 1980er Jahre!!! :D

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