Zum Saarland Wahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Anke Rehlinger
Kampfstark, Bodenständig, Natürlich

Anke Rehlinger will neue Ministerpräsidentin des Saarlandes werden. Kampfgeist bringt sie mit: Sie ist Rekordhalterin im Kugelstoßen und Diskuswurf. Mit Martin Schulz ist sie zurzeit auch politisch auf Höhenflug.
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SaarbrückenAnke Rehlinger ist eine Kämpfernatur. Noch immer hält sie im Saarland den Rekord im Kugelstoßen (16,03 Meter) sowie den Jugendrekord im Diskuswurf (49,18 Meter). Und nach wie vor trainiert sie im Kraftraum ihres Leichtathletik-Vereins in Rehlingen, um sich fit zu halten für Kugel und Diskus. 2016 holte sie in beiden Disziplinen bei den Landesmeisterschaften der Senioren den Titel. „Ich bin in Form“, sagt sie. Auch als Vize-Regierungschefin ist sie zurzeit auf Höhenflug: Sie will bei der Landtagswahl am Sonntag den Ministerpräsidenten-Sessel von der CDU nach 18 Jahren zurückerobern.

Denn die Begeisterung um SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz verleiht ihr Flügel: „Wir sind knapp dran und damit auch knapp dran an unserem Ziel. Nämlich die stärkste Kraft in diesem Land zu werden und damit die Regierung auch anzuführen“, sagt sie kämpferisch. Seit Anfang 2014 regiert die Juristin mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in einer großen Koalition das kleinste Flächenland Deutschlands, die SPD ist Juniorpartner.

Deren Verhältnis wird als „kollegial, freundschaftlich“ bezeichnet. Doch im Wahlkampf werden aus Partnern Gegner – Rehlinger schließt Rot-Rot nach der Wahl nicht aus. Sie hat Streitthemen gefunden, mit denen sie sich von der CDU absetzt. Zum Beispiel will sie die Kita-Gebühren abschaffen und „G9“ an Gymnasien wieder möglich machen.

Gut versteht sich Rehlinger (40) mit Linke-Fraktionschef Oskar Lafontaine. Aber noch besser mit Schulz, mit dem sie sich derzeit besonders gerne blicken und ablichten lässt. „Lieber Martin, du bist die richtige Antwort auf die Herausforderungen in dieser Zeit!“, ruft sie Schulz bei einem seiner vielen Auftritte im Saarland zu.

Rehlinger stieg nach ihrem Studium in die Politik ein – erst auf Kreis-, dann auf Landesebene. Im Mai 2012 wurde sie zunächst zur Ministerin für Justiz, Umwelt und Verbraucherschutz berufen. Seit 2013 steht sie SPD-Landeschef Heiko Maas als Stellvertreterin zur Seite - nach dessen Wechsel als Bundesjustizminister nach Berlin „beerbte“ sie ihn als stellvertretende Ministerpräsidentin. Sie übernahm zudem das Ministerium für Wirtschaft und Verkehr.

Rehlinger kommt mit ihrer offenen Art gut bei den Saarländern an. „Sie ist bodenständig, authentisch. Das zeichnet sie einfach aus“, sagt der Vorsitzende des Leichtathletik Clubs Rehlingen, Thomas Klein. „Ich feiere auch gerne“, sagt sie selbst über sich.

Die Mutter eines Sohnes liebt ihre Heimat im Nordsaarland und Saarländer Platt: „Dialekte geheere zu uns Saarlänner unn sinn e Stigg Heimat“, sagt sie. Daher wirbt die SPD Saar mit kleinen Video-Clips über ihrer Wahlprogramm – auf Saarländisch.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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