Sachbezogener Dialog gefordert
CDU geht auf Distanz zu FDP-Chef Westerwelle

Die CDU akzeptiert die Gewerkschaftskritik von FDP-Chef Westerwelle nicht. Das sei so wenig hilfreich, wie «Münteferings Heuschrecken», sagte Generalsekretär Kauder.

HB BERLIN. Die CDU-Führung hat sich von der Kritik des FDP- Vorsitzenden Guido Westerwelle an den Gewerkschaften distanziert und die Arbeitnehmer- Organisationen in Schutz genommen. «Wir brauchen in unserem Land starke Gewerkschaften, die den Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch den Interessen der Arbeitslosen verpflichtet sind», sagte CDU- Generalsekretär Volker Kauder der Nachrichtenagentur dpa.

Die Kritik von Westerwelle könne er «in dieser Form nicht akzeptieren». Westerwelles Plagen hülfen genauso wenig weiter wie Münteferings Heuschrecken.

Westerwelle hatte die Gewerkschaften zuletzt als «Plage» bezeichnet. Auf dem FDP-Parteitag hatte er sie auch «funktionärische Kaste» genannt, die zu Gunsten von mehr betrieblicher Mitbestimmung entmachtet werden müsse. Auch innerhalb der FDP wurde daraufhin Kritik laut. Ex-FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum warnte Westerwelle davor, die Gewerkschaften auszugrenzen. «Herr Westerwelle muss die Gewerkschaften für Reformen gewinnen, er darf sie nicht zu Feindbildern machen», sagte Baum der Netzeitung.

SPD-Chef Franz Müntefering hatte bei seiner Kritik an Auswüchsen des Kapitalismus einige ausländische Investoren mit Heuschrecken verglichen. Er sei von den «heftigen Reaktionen» auf seine Kapitalismus-Kritik überrascht, sagte Müntefering den «Ruhr Nachrichten». Unterstützung erhielt er von Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie. Der forderte die CDU zur Mitarbeit an konkreten Schritten gegen einen zügellosen Kapitalismus auf. «Manchmal ist es notwendig, dass man zuspitzt, damit eine Debatte in Gang kommt», sagte Matschie der dpa.

Industrie-Präsident Jürgen Thumann forderte Müntefering in der Kapitalismus- Debatte zu einem «sachbezogenen Dialog» auf. Er suche die Debatte mit dem SPD-Vorsitzenden, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Gleichzeitig kritisierte er die Form der gegenwärtigen Diskussion. Sie schrecke ausländische Investoren ab.

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