Sachliche Rede zum Aschermittwoch: Merkel lässt sich nicht provozieren

Sachliche Rede zum Aschermittwoch
Merkel lässt sich nicht provozieren

Es wäre die Gelegenheit gewesen, dem Koalitionspartner FDP für dessen Rolle bei der Kür des Präsidentschaftskandidaten eins auszuwischen. Doch die Kanzlerin wählte am politischen Aschermittwoch eine andere Variante.
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DemminBundeskanzlerin Angela Merkel hat den politischen Aschermittwoch für eine sachliche Rede mit ernsten Inhalten genutzt. Sie rechnete nicht mit der FDP ab, die sie mit der Unterstützung von Joachim Gauck als Bundespräsidentschaftskandidat brüskiert hatte.

In ihrer gut halbstündigen Rede bei einer Veranstaltung der CDU Mecklenburg-Vorpommern in Demmin ging die Parteichefin weder auf die Krise der Koalition ein, die der Rücktritt von Christian Wulff als Bundespräsident ausgelöst hatte, noch auf die Vorwürfe gegen ihn wegen des Verdachts der Vorteilsannahme. Sie reagierte auch nicht auf den Auftritt des christdemokratischen EU-Parlamentariers Werner Kuhn, der Wulff vor 1000 Gästen als Geizkragen verhöhnte.

Im Wissen um Merkels Ablehnung von Gauck hatte die FDP am Sonntag überraschend für den Favoriten von SPD und Grünen als Wulff-Nachfolger votiert. Merkel lenkte schließlich ein. Statt markiger Sprüche wählte Merkel in Demmin eine betont sachliche Sprache.

Sie bekannte sich etwa klar zum Kampf gegen Rechtsextremismus: „Wir haben mit denen, die Rechtsextremisten sind, nichts gemein, da gibt es keine Toleranz.“ Merkel rief: „Null Toleranz gegen jede Art von Extremismus!“ Dies gelte insbesondere für Rechtsextreme. An diesem Donnerstag spricht die Kanzlerin auch auf der zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin für die Opfer der Neonazi-Mordserie in Deutschland.

Mit Blick auf die Sondersitzung des Bundestags zum zweiten Griechenland-Paket am Montag verteidigte sie die geplanten Finanzhilfen für Athen und andere Schuldenländer. Deutschland mit einem Anteil von 1,2 Prozent an der Weltbevölkerung brauche die Kraft und Größe Europas. „Wir wissen, wir können es in Deutschland nicht mehr allein schaffen. Deshalb ist Europa unsere Zukunft.“ Auch wenn EU-Mitgliedstaaten durch schlechte Finanzpolitik Vertrauen in die gemeinsame Währung erschüttert hätten, sei es richtig, hoch verschuldeten Staaten wie Griechenland, Portugal oder Irland zu helfen. Klar sei aber auch, dass sie sich selbst anstrengen müssten. Und Merkel mahnte eine schnellere Regulierung der internationalen Finanzmärkte an. „Das alles geht viel zu langsam.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sachliche Rede zum Aschermittwoch: Merkel lässt sich nicht provozieren"

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  • Hatte die denn je einen Zenit?
    Die wollte doch nur Macht und sonst gar nichts.
    Die CDU hat sie völlig zerlegt.
    Eine CDU gibt es nciht emhr. Das ist eine sozialistische Blockpartei analog zu die es in der DDR gab.
    Die Mehrheit der Presse hat Merkel völlig im Griff
    Ich glaube, Merkel bringt uns allen noch ein sehr sehr schlimmes Erwachen

  • Sie haben vollkommen recht ! Die CDU hat Merkel endgültig entkernt und unkenntlich beliebig gemacht. Da braucht sie auch nicht immer wieder symbolisch auf den Tisch zu hauen "... alle müssen ihre Hausaufgaben machen" - was für eine blöde Floskel ... Ich wähle die CDU zur SH-Wahl jedenfall nicht (mehr). !!

  • In Hesse seschd man "die arm Fra"! Wenig Worte, viel gesagt.

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