Sachsen-Anhalt
Bürger lassen Kommunalwahlen links liegen

Die Kommunalwahl in Sachsen-Anhalt ist am Sonntag auf so wenig Interesse gestoßen wie nie zuvor. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 37 Prozent, so niedrig wie noch nie bei einer Wahl zu Kommunalparlamenten in der Bundesrepublik, wie Landeswahlleiter Klaus Klang nach der Auszählung der meisten Stimmen mitteilte. Endgültige » Wahlergebnisse lagen noch nicht vor.

HB MAGDEBURG. Gut 1,5 Millionen Bürger waren zu den Wahlen in einigen Kommunen des Landes aufgerufen. Mit ihrer Stimmabgabe entschieden sie über die politischen Folgen einer Kreisreform: Ab Juli dieses Jahres wird das Land zwischen Elbe und Saale neu strukturiert - aus 21 Landkreisen werden elf. Zur Stimmabgabe aufgerufen waren die Wahlberechtigten der neu zu bildenden Landkreise.

Bei den Landratswahlen setzten sich in mindestens zwei der neun Landkreise bisherige Landräte im ersten Wahlgang durch, ebenso bei der Oberbürgermeisterwahl in der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau. In den übrigen Kreisen kommt es voraussichtlich am 6. Mai zu Stichwahlen. In den Landkreisen Stendal und Altmarkkreis Salzwedel sowie in den kreisfreien Städten Magdeburg und Halle wurde nicht gewählt, weil deren Zuschnitt von der Reform unberührt bleibt.

Die amtierenden Landräte Michael Ermrich (CDU/Harz) und Lothar Finzelberg (parteilos/Jerichower Land) lagen nach Auszählung eines großen Teils der Stimmen klar über der erforderlichen Mehrheit von 50 Prozent. In der kreisfreien Stadt Dessau, die mit dem benachbarten Roßlau fusioniert, gewann der bisherige Roßlauer Bürgermeister Klemens Koschig (parteilos) die Oberbürgermeisterwahl. Er setzte sich gegen sechs Bewerber mit 56,8 Prozent durch.

Nicht gewählt wurde dagegen in den beiden kreisfreien Städten Magdeburg und Halle sowie in den Altmark-Kreisen Stendal und Salzwedel, deren Grenzen sich durch die Gebietsreform nicht verändert haben.

Bei der Kommunalwahl vor drei Jahren gaben in Sachsen-Anhalt noch 42,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab. 1994 waren es 66,2 Prozent. Damit habe sich in den vergangenen 13 Jahren die Wählerbeteiligung nahezu halbiert, sagte Landeswahlleiter Klaus Klang.

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