Sachsen-Anhalt
Magdeburger IHK-Chef geht wegen Stasi-Verstrickung

Die Magdeburger IHK stand hinter ihm, doch am Ende wurde der öffentliche Druck wohl doch zu groß: Präsident Klaus Hieckmann wegen seiner Stasi-Verstrickung zurückgetreten. Der Unternehmer hatte eingeräumt, seit 1986 bis zur Wende als Inoffizieller Mitarbeiter für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet zu haben.

HB MAGDBURG. Er lege „mit sofortiger Wirkung alle Ehrenämter nieder“, teilte der Aufbau-Ost-Berater der Bundesregierung und Wirtschaftsberater von Sachsen-Anhalt in einer persönlichen Erklärung am Montag in Magdeburg mit. Erst am Donnerstag hatte die IHK-Vollversammlung ihrem Präsidenten in geheimer Abstimmung mehrheitlich das Vertrauen ausgesprochen. 85 Prozent der anwesenden Mitglieder stimmten für Hieckmann, der anschließend verkündete, bis zum Ende der laufenden Wahlperiode im Amt zu bleiben.

Während die Landesregierung daraufhin mitteilte, ihre Zusammenarbeit mit Hieckmann fortsetzen zu wollen, kam Kritik vor allem aus Opferverbänden. Er wolle nicht, dass die IHK „in diese unsägliche Debatte um meine Person hineingezogen“ werde, begründete Hieckmann seinen Rücktritt. Er habe mit Respekt auf das Votum der Kammer gehofft, nun zur Lösung „der vor uns stehenden, wirklich nicht einfachen Aufgaben zurückkehren“ zu können.

Hieckmann hatte nach entsprechenden Zeitungsberichten eine Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit in den Jahren zwischen 1986 und 1989 eingeräumt. Dabei habe er aber niemanden denunziert, versicherte er. Hieckmann war nicht nur nahezu zwölf Jahre Chef der Magdeburger IHK, sondern sitzt unter anderem auch im Wirtschaftsbeirat des Ministerpräsidenten und im Beirat der Investitionsbank des Landes.

Bekannt geworden war die Stasi-Verstrickung bereits 1999, als ihm der Bundesverdienstorden verliehen werden sollte, wie die Magdeburger Staatskanzlei vor Wochen eingeräumt hatte. „Aus Gründen der grundsätzlichen Vertraulichkeit“ gebe es jedoch keine wertende Stellungnahme zu dem Thema, hieß es weiter.

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