Sachsen bringt Staatsbeteiligung ins Spiel
Qimonda darf auf Staatshilfe hoffen

Die EU und Sachsen zeigen sich zunehmend offen für Hilfen für die Chipindustrie. Das Halbleitersegment sei für Europa von strategischer Bedeutung, zitiert die sächsische Staatskanzlei EU-Kommissar Günter Verheugen. Auf diese Weise könnte ein Deal mit einem chinesischen Konsortium klappen, um den insolventen Chiphersteller Qimonda zu retten. Auch eine Staatsbeteiligung wird nicht mehr ausgeschlossen.

HB DÜSSELDORF/DRESDEN. Europa dürfe bei Mikrochips nicht in die gleiche Abhängigkeit wie bei Öl und Gas geraten, hieß es weiter. Die Produktion von Halbleitern sei auch in Zukunft eine wesentliche Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie insgesamt.

Die sächsische Landesregierung wertete die Äußerungen Verheugens als eine Bestätigung der „Systemrelevanz“ der Branche, die in Deutschland vor allem im „Silicon Saxony“ in der Region Dresden mit einem ehemaligen AMD-Werk, Infineon und dem insolventen Speicherchiphersteller Qimonda vertreten ist.

Staatskanzleichef Johannes Beermann zeigte sich offen für staatliche Hilfen für die gebeutelte Qimonda. „Der Staat allein kann es aber nicht richten. Wir brauchen private Unternehmer und Investoren, die an einem Strang ziehen. Bei Schlüsselindustrien wie der Halbleiterindustrie ist der Freistaat Sachsen zu besonderer Unterstützung bereit“, erklärte er.

Qimondas Insolvenzverwalter Michael Jaffé verhandelt mit mehreren Interessenten für die Infineon-Tochter, darunter eine Gruppe von Staatsfirmen aus der chinesischen Provinz Shandong. Kreisen zufolge sind die Asiaten bereit, einen Minderheitsanteil von knapp 50 Prozent zu übernehmen, wenn auch die öffentliche Hand in Europa mit ins Boot steigt. Portugal habe bereits signalisiert, 14 Prozent zu übernehmen.

Seite 1:

Qimonda darf auf Staatshilfe hoffen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%