Sachsens FDP-Chef
„Der richtige Schock kommt noch“

Der Frust bei der FDP sitzt nach den Wahldebakeln in drei Bundesländern tief. Während Bundesparteichef Lindner keine Kursänderung anstrebt, nagt Sachsens Liberalen-Chef Zastrow immer noch an der Niederlage.
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BerlinBei der Landtagswahl in Sachsen vor zwei Wochen hat die FDP ihre letzte Regierungsbeteiligung verloren. Mit 3,8 Prozent (2009: 10 Prozent) aus dem Landtag. „Ich habe das Ergebnis noch nicht wirklich realisiert“, sagte der Chef der Sachsen-FDP, Holger Zastrow, der „Bild“-Zeitung. „Ich war durch den Wahlkampf in einem Tunnel. Jetzt stürzt vieles auf uns ein.“ Innerhalb weniger Tage ändere sich viel. „Der richtige Schock kommt sicher noch.“

Die Wahlschlappe sieht er nicht als persönliche Niederlage. „Das haben uns andere eingebrockt“, sagte er und verweist auf die Bundespartei in Berlin und die Zeit als die FDP noch mit der Union in der Bundesregierung saß. Die damalige schlechte Leistung und der damit verbundene Ansehensverlust seien die Ursache für die Niederlage. „Wir haben gekämpft, hatten aber keine Chance.“

FDP-Chef Christian Lindner hatte das Wahlergebnis nüchtern analysiert, aber eine Kursänderung der Bundespartei abgelehnt. „Es wird keinen Links- oder Rechtsschwenk geben. Die FDP wird nicht linksliberal oder mitfühlend liberal“, hatte er gesagt. Seine Partei wolle auch künftig die ganze Breite des Liberalismus abdecken.

Lindner reagierte damit auf Ratschläge und Kritik aus den eigenen Reihen, die der FDP in ihrer existenziellen Krise außerhalb des Bundestages wahlweise eine stärkere sozialliberale oder wirtschaftsliberale Ausrichtung verpassen möchten.

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„Wir werden APO machen wie keiner zuvor“

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  • Zitat "FDP-Chef Christian Lindner hatte das Wahlergebnis nüchtern analysiert, aber eine Kursänderung der Bundespartei abgelehnt. „Es wird keinen Links- oder Rechtsschwenk geben. Die FDP wird nicht linksliberal oder mitfühlend liberal“, hatte er gesagt. Seine Partei wolle auch künftig die ganze Breite des Liberalismus abdecken."


    @Robert Behrendt

    Sie haben ganz Recht. Die wenigen pfiffigen Köpfe sind schon weg. Mir fällt da zwar keiner ein, aber das was von der FDP personell noch übrig ist, klebt an den alimentierten Steuergeldern und würde vermutlich nichts in der freien Wirtschaft finden. Bestes Beispiel ist da Lindner. Seit er das Steuer im Bund übernommen hat, hat der Abwärtsstrudel noch mal gewaltig beschleunigt.

    Solange Lindner nicht den Hut zieht oder das Steuer herumreißt, wird die FDP immer schneller kreiseln und ist dann auf einmal ganz weg. Für die deutsche Demokratielandschaft sicherlich ein guter Moment. Die FDP mit ihrer Klientelpolitik hat niemand gebraucht.

    Kaum ein Wähler wird die Dekadenz dieser Partei vergessen. Mit Lindners Aussage "Die FDP wird nicht linksliberal oder mitfühlend liberal" wird ersichtlich, dass Lindner nichts aus der Vergangenheit gelernt hat. Man kann Lindner nur danken, dass er kräftig an dem Abgang der FDP mitarbeitet. Weiter so Herr Lindner.

    Eine Wählerstimme für die FDP ist soviel Wert wie ein Klopapierblatt wenn es in die Kloschlüssel segelt und kurz darauf weggespült wird!


  • Die FDP war in der Regierung. Dort war sie ausschließlich Mehrheitsbeschaffer und ansonsten die "Klein-CDU". Sowas braucht keiner. Mit 14% hätte man wirklich was bewegen können. Das Einzige aber, was sich bewegt hat, war das Schwänzchen vom Hündchen FDP, das brav der Dompteurin Merkel hinterhergehechelt ist. Wer aber CDU-Wischiwaschi-Politik wollte, hat dann halt auch CDU gewählt. Wozu den Abklatsch wählen, wenn man das Original haben kann?

  • "Wenn dein Pferd tot ist, steig ab!"
    Die FDP hat durch ihre hemmungslose Lobbyistenpolitik ihr Ansehen komplett eingebüßt. Im Prinzip hat sie gute Akteure im mittleren Bereich. Unter Westerwelle haben sie dann bei 14% jegliche Bodenhaftung verloren, waren Erfüllungsgehilfe der am meisten zahlenden Interessengruppen, haben ihre bürgerlichen Freiheitsideale geopfert, einen wirklichkeitsfremden Wirtschaftsliberalismus vertreten, der mit der Bankenrettung aufs Kläglichste gescheitert ist, denn Liberalismus heißt in der Wirtschaft: "Ohne staatliches Netz arbeiten!!!"

    Nun steht die FDP ohne jede Glaubwürdigkeit da, hat kein schlagkräftiges Programm und die hellsten Köpfe verlassen das sinkende Schiff in Richtung freie Wirtschaft oder Selbständigkeit z. B. als Anwalt.

    Auch wenn man die FDP eigentlich wählen wollte, weiß man, dass diese Stimme dann verloren ist. PS: Liebe FDP, der normale Bürger hat sowieso noch nie verstanden, wie Wirtschaft funktioniert. Dieses Thema kann man nur als Protestpartei, wie die AfD, aufgreifen. Bei der AfD merken die Wähler nicht, dass sie nur eine gute Analyse, aber keine funktionsfähige Lösung angeboten bekommen, was typisch für Wissenschaftler ist. In drei Jahren wird es die FDP nur noch auf kommunaler Ebene auf der Basis des Ehrenamtes geben. Für den Wideraufstieg wird es an Manpower und Intelligenz innerhalb der Partei fehlen, denn die Pfiffigen haben bereits gemerkt, woher der Wind weht.

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