Saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen deutlich gestiegen – Clement fordert mehr Investitionen
Die Jobkrise verschärft sich

Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich im März überraschend stark verschlechtert. Um saisonale Einflüsse bereinigt, stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 44 000. Die Quote legte von 10,3 auf 10,4 % zu.

HB/bag/ost/pbs BERLIN/DÜSSELDORF. Damit ist die übliche Frühjahrsbelebung schwächer ausgefallen als in der Vergangenheit. Ohne Berücksichtigung saisonaler Faktoren sank die Zahl der Menschen ohne Job gegenüber Februar nur um 93 600 auf 4,547 Millionen. „In den Zahlen drückt sich die anhaltende konjunkturelle Schwäche aus“, sagt der Vorstandschef der Bundesagentur (BA), Frank-Jürgen Weise.

Die Situation am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im März den dritten Monat in Folge verschlechtert. Deshalb haben Ökonomen die Hoffnung auf eine bevorstehende Belebung des Arbeitsmarkts weitgehend aufgegeben. „Das Wachstum ist einfach zu schwach, um Arbeitsplätze zu generieren“, kritisierte Jörg Krämer von der Fondsgesellschaft Invesco Asset Management. Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz sagte dem Handelsblatt, die Schwelle für mehr Beschäftigung, die bei 1,5 % Wachstum liege, werde in diesem Jahr allenfalls knapp erreicht.

Dies und mehr lesen Sie am Mittwoch im Handelsblatt.
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Während die meisten Ökonomen davon ausgehen, dass eine leichte Entspannung am Arbeitsmarkt frühestens Mitte des Jahres einsetzen werde, hält Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) an seiner Einschätzung fest, dass die Zahl der Arbeitslosen im Herbst zum ersten Mal seit dem Jahr 2002 unter vier Millionen sinken wird. Clement räumte gestern aber ein, die März-Arbeitslosenzahlen zeigten, „wie sehr der Arbeitsmarkt im Schlepptau der immer noch zu schwachen Konjunktur hängt“. Notwendig seien vor allem höhere Investitionen. Dafür habe die Bundesregierung mit ihren Reformen die richtigen Weichen gestellt. „Dabei muss es bleiben“, forderte Clement.

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