Sanktionen gefordert
Holocaust-Leugnung bringt Iran in Bedrängnis

Iran gerät wegen der neuerlichen Leugnung des Holocaust durch Präsident Mahmud Ahmadinedschad unter internationalen Druck. Sowohl das Weiße Haus in Washington als auch Bundesaußenminister Steinmeier übten heftige Kritik. Der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte Taten statt Worte.

dne/HBDÜSSELDORF. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die erneute Leugnung des Holocaust durch Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad scharf verurteilt und Konsequenzen gefordert. "Die Weltgemeinschaft muss sich endlich aufraffen und dem bösartigen Regime in Teheran, das aggressiv und trotzig die gesamte Welt provoziert, systematische Wahlfälschung betreibt und die eigene Bevölkerung grausam terrorisiert, entgegentreten", sagte der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann, am Samstag im Gespräch mit Handelsblatt.com. "Wirksame Sanktionen gegen das Regime von Terror und Hass sind längst überfällig."

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier griff den iranischen Präsidenten scharf an. „Mit seinen unerträglichen Tiraden ist er eine Schande für sein Land“, sagte der SPD-Politiker am Freitagabend in Berlin. „Dieser blanke Antisemitismus verlangt unsere gemeinsame Verurteilung. Wir werden ihm auch in Zukunft entschieden entgegentreten“, sagte Steinmeier weiter.

Auch die USA verurteilten Ahmadinedschad. Der Präsident trage mit seinen Worten zu einer weiteren Isolation des Landes in der Welt bei, sagte der Sprecher des US-Präsidialamts Robert Gibbs. Die amerikanische Uno-Botschafterin Susan Rice sagte zudem, ein Treffen zwischen Präsident Barack Obama und dem iranischen Staatsoberhaupt am Rande der Uno-Vollversammlung in New York sei nicht geplant. „Ich erwarte nicht, dass es ein Treffen unter vier Augen geben wird.“ Sie übte zugleich ebenfalls heftige Kritik an Ahmadinedschads Rede. Es habe sich um eine „Hasstirade“ gehandelt, sagte Rice.

Eine Woche vor seiner Rede vor den Vereinten Nationen hatte Ahmadinedschad in einer Ansprache anlässlich der jährlichen Anti-Israel-Kundgebungen zum sogenannten Jerusalem-Tag erklärt, der Holocaust sei ein Märchen und diene als Vorwand für die Gründung Israels. „Er ist eine Lüge, die auf nicht beweisbaren und mythischen Behauptungen fußt.“ Ahmadinedschad hat seit seiner ersten Wahl 2005 mehrfach mit der Leugnung des Mordes an sechs Mio. Juden für Empörung im Westen gesorgt. Auch hat er Israel als Geschwür bezeichnet, das entfernt werden müsse.

Der britische Außenminister David Miliband nannte Ahmadinedschads Worte „abstoßend“. Sie zeugten von Unkenntnis und seien einem iranischen Präsidenten nicht angemessen. Es sei wichtig, dass sich die Weltgemeinschaft gegen solche Schmähungen zur Wehr setze.

Zentralratsvize Graumann sagte, der iranische Präsident habe mit seinen Äußerungen wieder einmal "die widerwärtige, hässliche Fratze des kriminellen iranischen Terrorregimes" der ganzen Welt gezeigt. Er habe daher Sorge um die Sicherheit Israels. "Den historischen Holocaust leugnen die iranischen Machthaber und bereiten zugleich zielstrebig den nächstmöglichen vor", sagte der Graumann. "Atomare Waffen in der Hand dieser unberechenbaren, gewissenlosen Verbrecher wären mit Sicherheit eine sehr konkrete Gefahr für das Überleben von Israel, aber auch für die gesamte Welt."

Scharfe Kritik richtete Graumann an die Länder, die auf der Seite Irans stünden. "Die Staaten, die das kriminelle Regime in Teheran fast schon systematisch verharmlosen und nahezu begünstigen, indem sie internationale Sanktionen fortgesetzt blockieren – wie vor allem Russland – machen sich so der faktischen Komplizenschaft mitschuldig", sagte er.

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