Sanktionen
Merkel droht Iran mit Energie-Sanktionen

Bundeskanzlerin Angela Merkel plädiert für weitere Sanktionen gegen Iran, falls es im Atomkonflikt keine Fortschritte geben sollte. Zur Debatte stünden Sanktionen, die den Bereich der Energiewirtschaft beträfen, sagte die Kanzlerin in einem Zeitungs-Interview.

HB BERLIN/MOSKAU/NEW YORK/WIEN. Klar sei, dass es keine Atombombe in der Hand des Iran geben dürfe. Dies gelte trotz Klagen der deutschen Wirtschaft, dass sie unter Sanktionen stärker leiden würde als amerikanische Unternehmen, sagte Merkel der der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Die Verhandlungsgruppe im Atomstreit trifft sich russischen Angaben zufolge das nächste Mal am 2. September. Dies habe Außenminister Sergej Lawrow mit seiner US-Kollegin Hillary Clinton telefonisch abgesprochen, erklärte das Außenministerium in Moskau am Donnerstag. Demnach finden die Gespräche auf der Ebene der politischen Direktoren statt. Der Gruppe gehört neben den fünf Veto-Mächten im Uno-Sicherheitsrat auch Deutschland an.

Westlichen Diplomaten zufolge wollen die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien bei dem Treffen China und Russland zu einer vierten Runde von Sanktionen gegen die Islamische Republik drängen. Die Maßnahmen sollten sich gegen den Energiesektor des Ölstaates richten, hieß es am Uno-Sitz in New York weiter. Russland und China haben sich bislang gegen eine Verschärfung gewehrt. Sie unterhalten enge Handelsbeziehungen zu Iran. Die sechs Staaten haben Iran im Gegenzug für ein Ende der Uran-Anreicherung wirtschaftliche und politische Belohnungen in Aussicht gestellt. Die Regierung in Teheran ist bislang nicht darauf eingegangen.

Unterdessen zeigte sich Iran am Donnerstag kompronissbereit: Das Land gewährte nach Angaben von Diplomaten Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Zugang zu einem nahezu fertiggestellten Atomreaktor . Außerdem stimmte die Regierung in Teheran einer verstärkten Kontrolle einer weiteren Atomanlage zu, wie die Gewährsleute, die anonym bleiben wollten, am Donnerstag mitteilten.

Inspektoren der IAEA besuchten den Diplomaten zufolge in der vorigen Woche den fast fertigen Schwerwasserreaktor der Atomanlage Arak. Ein Jahr lang hatte der Iran den internationalen Kontrolleuren den Zutritt zu dem Reaktor verweigert. Die Regierung gab ferner dem Ersuchen der IAEA statt, die Anlage zur Urananreicherung in Arak stärker inspizieren zu dürfen. Die Anlage produziert Material für atomaren Brennstoff. Durch eine weitere Anreicherung kann spaltbares Material für Atomwaffen daraus hergestellt werden.

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