Sarrazin-Thesen
Bundesinnenminister räumt Integrationsdefizite ein

Zehn bis 15 Prozent integrationsunwillige Ausländer hat die Bundesregierung in Deutschland ausgemacht. Für Thomas de Maizière keine große Zahl - aber der Innenminister räumt jetzt auch ganz deutlich Integrationsmängel ein. Die große Mehrheit der Migranten nimmt de Maizière allerdings in Schutz.
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HB BERLIN. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat zur Sachlichkeit in der Integrationsdebatte aufgerufen. Etwa zehn bis 15 Prozent der Menschen in Deutschland mit ausländischem Hintergrund seien integrationsunwillig, sagte der CDU-Politiker. Sie verweigerten etwa die Teilnahme an Integrationskursen, schotteten sich ab oder lehnten den deutschen Staat ab. "Das ist im internationalen Vergleich durchaus eine Zahl, die nicht so schlecht ist.

Zum ganzen Bild gehören aber auch die anderen 90 Prozent", sagte de Maiziere. Eine Kindergartenpflicht lehnte der Minister ab, schlug aber vor, eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis von der Teilnahme an einem Integrationskurs abhängig zu machen.

Der Präsident des Bundesamtes für Migration, Albert Maximilian Schmid, warf dem Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin wegen dessen Thesen zur Ausländerintegration Stimmungsmache vor. "Mich ärgert, dass Probleme benannt werden, ohne dass Lösungen beschrieben werden", sagte Schmid. "Das schafft Angst." Die Probleme seien aber lösbar. "Das ist machbar in weniger als einer Dekade", sagte Schmid. Auch Sarrazins Annahmen zur Demografie und zur Zahl der Muslime in Deutschland zeugten von der "Stimmungsmache dieses Papiers".

De Maiziere und Schmidt stellten das "Bundesweite Integrationsprogramm" vor. Darin hat das Bundesamt für Migration auf 200 Seien die Integrationsangebote zusammengetragen und Vorschläge für ihre Weiterentwicklung gemacht.

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  • Ausländer oder immigranten sind doch NiCHT das Problem. Das Problem ist das fehlende Konzept zur Einwanderung in Deutschland. Nicht nur in diesem Umfeld, in Deutschland hat die Politik einen "breiten Arsch" zum Aussitzen. Die sind einfach mit sich selbst beschäftigt, zum Arbeiten kommen deutsche Politiker eher selten. Warum hat Deutschland denn kein Einwanderungskonzept mit klaren Regeln wie beispielsweise Kanada, Australien oder die USA? Und, warum wählen wir bürger diese Versager eigentlich immer wieder?

  • Die deutschen Politiker haben offensichtlich immer noch nicht begriffen, daß ein viel zu großer Teil der schon hier im Land lebenden Muslime gar nicht integriert werden will. Sie wollen hier leben und zwar so, wie sie wollen und dabei fühlen sie sich von den Deutschen gestört.
    Es geht Sarrazin u.a. auch darum, daß nicht noch mehr dieser Menschen hierher ziehen.
    Das, was in diesem Land fehlt, ist eine Politik die keinem Helfersyndrom folgt, sondern sich nach den belangen des Landes und dessen bevölkerung richtet und die belange des Landes und dessen bevölkerung sind nicht als Weltsozialamt zu fungieren, integrationsunwilligen eine Heimstatt oder türkischen und arabischen Clans eine Operationsbasis für „ihre“ Geschäfte zu bieten.
    Die 10 bis 15 % integrationsunwilligen Ausländer, die der innenminister nun plötzlich entdeckt hat, scheinen wohl eher seinem Wunsch zu entsprechen, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß die einen jährlichen Schaden von 16 Mrd. € verursachen, wie die bertelsmannstiftung ermittelte. Er sollte das, was er unter „Ausländer“ versteht und welche Gruppe er wirklich meint, doch einmal präzisieren. bisher wurden diese immer als Migranten bezeichnet und jedem war klar wer gemeint ist.

  • Weit über dreißig Jahre gibt es den Anwerbestopp für Ausländer und dennoch ist der Anteil derer, welche trotz jahrzehntelangen Aufenthaltes in Deutschland kein Deutsch können derart hoch. Aber auch die These des innenministers de Maiziere sowie seines Vorgängers Schäuple, dass mit dem Erlernen der deutschen Sprache die sog. integrationsprobleme sich alleine lösen, ist wieder eine Lüge gegenüber der bevölkerung. in Frankreich wachsen die arabischen Jugendlichen schon von Haus auf mit der französischen Sprache auf und sind dennoch nicht in die Gesellschaft integrierbar, sondern liegen auch dort der arbeitenden und brav steuerzahlenden bevölkerung nur auf der Tasche. Aber in ein bis zwei Generationen gibt es diese blah-blah Politiker nicht mehr und die bevölkerungsstruktur hat sich bis dort ganz im Sinne des türkisch-stämmigen Parteivorsitzenden Özdemir von den Grünen soweit verändert, dass noch ganz anderen Leuten, wie heute Sarrazin, das Wort verboten wird. Man wird noch weitere Millionen an Steuergeldern verschleudern und fast nichts erreichen. Man fragt sich sowieso, weshalb gibt es keine sog. "Konferenz" für die sog. Einwanderer aus den alten Grenzen des osmanischen Reiches (Araber, Türken). Warum nicht eine Konferenz für die Chinesen, Russen, italiener, Kroaten, Griechen, und für wen auch immer? Mir haben selbst gebildete Türken gesagt, .. ihr werdet nichts erreichen, wenn ihr diese Leute nicht mit Ausweisung belegt. Deshalb sind die Analysen Sarrazins richtig und die etablierte Politik versucht, wie schon seit 30 Jahren, zu beschwichtigen und die Menschen dieses Landes vom Thema mit wachsweichen Aussagen wieder einmal abzulenken. Von den Grünen, als den wesentlichen Mitverursachern dieser unseligen Einwanderungspolitik, hört man außer beschwichtigungen, derzeit sowieso nicht viel sinnvolles. Man taucht ab, um die Einwanderungsschleußen wieder zu öffnen, sobald man an die Macht kommt. Wir sollten uns nicht das Wort verbieten lassen; die Lufthoheit über die Meinungsfreiheit glauben nur die etablierten Parteien gepachtet zu haben. Auch die gesamte Presse muß sich an die brust klopfen, auch diese hat um das Thema, wie die große Politik, immer einen großen bogen geschlagen.

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