Satire
So spottet das Web über Wulff

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Diese Weisheit gilt auch in der Causa Wulff. Das Netz antwortet mit Satiren - bis hin zu einem vermeintlichen Mitschnitt der Mailbox Kai Diekmanns.
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DüsseldorfKarl-Theodor zu Guttenberg kann ein Lied davon singen. Christian von Boetticher und Franz Josef Jung auch. Nahezu keine Affäre eines ranghohen Politikers, die im Netz nicht mit satirischen Beiträgen bedacht wird. So trifft es auch den Bundespräsidenten, der in den letzten Wochen gleich mehrere Ansätze für die Satiriker geliefert hat.

Wer die Nachrichtenlage nicht stets im Blick hat, kann hier auf einen Blick den Stand der Dinge schnell erfassen.

Statt eines Rücktritts fordern immer mehr Politiker - auch aus den eigenen Reihen - von Christian Wulff zumindest eine vollständige und schnelle Aufklärung in der Kredit-Affäre. Ein wenig Licht ins Dunkel hat jetzt der WDR gebracht, indem er den Anruf Christian Wulffs bei Kai Diekmann veröffentlicht hat - zumindest eine nachgestellte Aufnahme, wie sich die Redaktion den präsidialen Anruf vorstellt.

Jetzt wissen wir drei Dinge. Erstens: Christian Wulff mag historische Redewendungen. Zweitens: Christian Wulff mag keinen Meerrettich. Und zum Dritten wird klar, wie die Infos zu dem Anruf bei der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gelandet sind.

Twitter-Nutzer machen sich heute schon den ganzen Tag Gedanken, welche Filmtitel man auf die Affäre Wulff umtexten kann. Unter dem Hashtag „Wulfffilme“ veröffentlichen sie ihre Ideen. „Der mit dem Wulff tanzt“ ist in Anspielung auf die Rolle von Diekmann recht naheliegend und dutzendfach gepostet., das unveränderte Zitieren von Titeln kann eine Anspielung auf die Affäre darstellen und auch kreative Versuche gibt es in mittlerweile recht reicher und unübersichtlicher Stückzahl.

Zu seinem Anruf bei dem Bild-Chefredakteur hat sich Christian Wulff noch nicht geäußert. Zumindest nicht in dem Nachbau seines Facebook-Profils, den stern.de veröffentlicht hat. Darin erfahren wir zwar keine weiteren Details über seinen Privatkredit, aber immerhin wird klar, dass Kai Diekmann bereits seit dem 12. Dezember auf einen Rückruf des Bundespräsidenten wartet.

Interessant ist auch ein Detail in der linken Spalte: Christian Wulff nimmt vielleicht an der Veranstaltung "Rücktrittserklärung" teil. Datiert ist der Eintrag auf den 4. Januar 2012. Warten wir ab, ob die Vorhersage zutrifft.

Die "Titanic" will hingegen erfahren haben, dass es einen Erpressungsversuch bei der Bild-Zeitung gegeben habe. Der unbekannte Anrufer habe mit "Krieg" und seiner "Abo-Kündigung" gedroht, falls er keine "Gerechtigkeit" erfahre. Wer das wohl war...

Hatten Sie heute Morgen einen Anruf auf Ihrer Mailbox? Nein? Dann lag der "Postillon" wohl falsch. Das Satire-Portal will erfahren haben, dass Christian Wulff allen 82 Millionen Bundesbürgern eine Nachricht hinterlassen hat. In dieser fordert er die Menschen auf, die Berichterstattung über ihn nicht mehr zu verfolgen. Anderenfalls würde es "zum endgültigen Bruch" kommen.

Sebastian Schaal
Sebastian Schaal
Handelsblatt Online / Redakteur

Kommentare zu " Satire: So spottet das Web über Wulff"

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  • Ihr seid doch alle nur neidisch oder einfach nur Heuchler, weil ihr es zu nichts gebracht habt!
    Wenn ihr dort wärt, würdet ihr auch eure Taschen füllen.
    Das ist in jeder kleinen Stadtverwaltung so...
    Herr Wulff ist ein erfolgreicher Bundespräsident, er hat einen günstigen Kredit für seine Hütte bekommen und bekommt noch mehr Rente als ihr alle, wenn er heute zurrück treten sollte.
    Für so eine Bananenrepublik wie Deutschland es ist, ist Wulff höchst anständig.

  • Herr Wulff ist nun endgültig auf das Niveau seines Geschäftsfreundes, Buchsponsors und Mäzens gesunken. Er hat nun das gleiche Schmuddelimage wie ein Strukturvertrieb bzw. eine Drückerkolonne. Nur auf seinen Vorteil bedacht und die Fehler bei anderen suchen.

    Und so ein smarter Teflon-Mensch soll mein Vorbild und mein Bundespräsident sein?

    Vor jedem Malermeister und jedem Imbissbudenbesitzer der täglich um seine Kunden kämpft und für seine Auträge mit seiner Hände ehrlicher Arbeit rackert, habe ich mehr Respekt als vor einem solchen Raffzahn.

    Sinke niemals so tief, dass Du den Kakao noch trinken musst durch den sie dich gerade ziehen.

  • Herr Wulff ist nun endgültig auf das Niveau seines Geschäftsfreundes, Buchsponsors und Mäzens gesunken. Er hat nun das gleiche Schmuddelimage wie ein Strukturvertrieb bzw. eine Drückerkolonne. Nur auf seinen Vorteil bedacht und die Fehler bei anderen suchen.

    Und so ein smarter Teflon-Mensch soll mein Vorbild und mein Bundespräsident sein?

    Vor jedem Malermeister und jedem Imbissbudenbesitzer der täglich um seine Kunden kämpft und für seine Auträge mit seiner Hände ehrlicher Arbeit rackert, habe ich mehr Respekt als vor einem solchen Raffzahn.

    Sinke niemals so tief, dass Du den Kakao noch trinken musst durch den sie dich gerade ziehen.



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