Schätzerkreis
Krankenkassen fehlen vier Milliarden Euro

Den gesetzlichen Krankenkassen droht im nächsten Jahr ein Defizit von vier Milliarden Euro. Das gab der Schätzerkreis der gesetzlichen Krankenversicherung bekannt. Damit stellt sich die Finanzlage der Krankenkassen nun wider Erwarten schlechter dar, als noch im Oktober erhofft worden war.
  • 3

BERLIN. Damals hatte das Schätzergremium, in dem Bundesversicherungsamt, Krankenkassen und Gesundheitsministerium vertreten sind, ein durch Zuweisungen des Gesundheitsfonds und Steuerzuschüsse nicht gedecktes Minus der Kassen von 3,6 Mrd. Euro vorausgesagt.

Kassen müssen Darlehen für das Jahr 2009 zurückzahlen Schon das laufende Jahr werden die Kassen der aktuellen Prognose zufolge mit einem Minus von 500 Mio. Euro abschließen. Das dritte Quartal hatten die Kassen noch mit einem Plus von 1,4 Mrd. Euro beenden können. Grund für die negativere Entwicklung sind die stark steigenden Ausgaben der Krankenkassen. Zusatzbeiträge für die 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten bereits im nächsten Jahr werden daher immer wahrscheinlicher.

Für das laufende Jahr werden Ausgaben der Kassen von 167,3 Mrd. Euro erwartet. Aus dem Gesundheitsfonds erhalten die Kassen aber nur die zu Anfang des Jahres festgelegte Summe von 166,9 Mrd. Euro. Bleibt ein Minus von 500 Mio. Euro, das aus Rücklagen gedeckt werden muss. In den Zuweisungen aus dem Fonds ist ein Darlehen des Bundes von rund 2,1 Mrd. Euro erhalten, mit dem der Bund die konjunkturbedingten Mindereinnahmen des Fonds in diesem Jahr ausgleicht. Es fällt wegen des bislang ausgebliebenen Einbruchs am Arbeitsmarkt um rund 800 Mio. Euro geringer aus, als noch im Oktober erwartet worden war. Die Kassen müssen dieses Darlehen allerdings ab 2011 zurückzahlen.

2010 will die Bundesregierung krisenbedingte Mindereinnahmen des Fonds dagegen einmalig über einen echten Steuerzuschuss in Höhe von 3,9 Mrd. Euro ausgleichen.

Seite 1:

Krankenkassen fehlen vier Milliarden Euro

Seite 2:

Kommentare zu " Schätzerkreis: Krankenkassen fehlen vier Milliarden Euro"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die SPD fabuliert also über begrenzungen der AUSGAbENSEiTE (im Klartext LEiSTUNGSKÜRZUNG). Na sowas.... als die Herrn- (und Damen-) schaften noch an der Regierung beteiligt waren, war von sowas nix zu hören. Tenor war doch immer die Einnahmen, seinen das Problem. Also PKV abschaffen (diese bösen!) und alle einzahlen lassen, und schon werden wir für alle Zeiten glücklich sein. Linke Heuchelei in Reinkultur

  • ich kann es nicht mehr hören. Wieso kommt edigentlich niemend auf die idee, einmal die MwSt. von verschreibungspflichtigen Medikamenten dem europäischen Niveau anzupassen? im EU-Vergleich liegen wir mit 19% auf Platz 4 der Rangliste!!!

    in unseren Nachbarländern Niederlande und belgien fallen nur 6% an - in Frankreich sogar nur 2,1%. 2008 haben die Kassen alleine für Medikamente rund 30 Milliarden EUR ausgegeben. Eine Rduzierung der MwSt. auf 6% würde alleine zu eine Entlastung der Kassen von rund 3,2 Milliarden EUR führen.

    Ausserdem Frage ich mich, wieso lebensnotwendige Lebensmittel mit 7,5% besteuert werden und überlebensnotwendige Medikamente mit 19% ? Es ist doch nicht korrekt, das hier die gleiche besteuerung erfolgt wie bei z.b. bei PKW`s und Geräten der Unterthaltungselektronik ....

  • gab es nicht schon eine zeit, da wurde uns für eine krankmeldung ein oder sogar zwei tage urlaub abgezogen ?
    die ausgaben der krankenkassen sanken im darauf folgendem jahr enorm . oder sollten die krankentag unseres lebens zum renteneitrittsalter dazu addiert werden ? das hatten wir noch nicht, sicher auch sehr wirksam ! oder wir versichern uns alle privat, und jeder zahlt seine rechnung allein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%