Schäuble bekommt Probleme
Flüchtlinge könnten bis zu 50 Milliarden Euro kosten

Alarmierende Prognose vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft: Der Flüchtlingszustrom könnte bis 2017 etwa 50 Milliarden Euro kosten. Trifft das zu, hätte das massive Folgen für Schäubles' Schwarze Null.

BerlinDer Zustrom von Flüchtlingen wird einem Zeitungsbericht zufolge den deutschen Steuerzahler in diesem und im kommenden Jahr insgesamt knapp 50 Milliarden Euro kosten. Im laufenden Jahr fielen für Unterbringung und Verpflegung von rund 1,5 Millionen Asylbewerbern 17 Milliarden Euro an, berichtete die „Rheinischen Post“ (Montagausgabe) in einer Vorabmeldung unter Berufung auf eine Studie des arbeitgebernahen Institutes der deutschen Wirtschaft.

Hinzu kämen fünf Milliarden Euro für Sprach- und Integrationskurse. 2017 erhöhten sich die Unterbringungskosten auf 22,6 Milliarden Euro, da die Zahl der Migranten auf 2,2 Millionen steigen könnte. Zusammen mit den Integrationskosten fielen 27,6 Milliarden Euro im Wahljahr 2017 an.

Trotz der Unsicherheit über die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge lasse sich erahnen, dass das Polster in den öffentlichen Kassen Stück für Stück aufgezehrt werde, heißt es in der IW-Studie laut Bericht. „Um eine Neuverschuldung in den meisten Ländern und auch im Bund zu vermeiden oder zumindest zu minimieren, ist eine kritische Überprüfung der Ausgaben erforderlich.“

Würden die Prognosen Realität, müsste Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach Ansicht des IW spätestens 2017 wieder neue Kredite aufnehmen. Zwar könne Schäuble in diesem Jahr auf eine Zwölf-Milliarden-Euro-Rücklage aus dem vergangenen Jahr zurückgreifen, allerdings handele es sich dabei um einen „Einmaleffekt“.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft war bereits im Dezember zum Schluss gekommen, dass die Flüchtlingskrise selbst im günstigsten Fall Kosten von 25 Milliarden Euro jährlich verursache. Im teuersten Szenario der Forscher waren es langfristig 55 Milliarden Euro.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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