Schäuble kritisiert Geldpolitik
„Die EZB-Politik ist nicht die Lösung, sondern die Ursache“

Die lockere Geldpolitik der EZB trägt nicht zur Lösung der Probleme in Europa bei, sondern verschärft diese nur, sagt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Immer neue Schulden könnten langfristig nicht funktionieren.
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FrankfurtBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht in einer expansiven Geld- und Finanzpolitik die Ursache ökonomischer Probleme in Europa und nicht deren Lösung. „Ich bin nicht davon überzeugt“, sagte Schäuble am Freitag auf dem Deutschen Wirtschaftsforum in Frankfurt mit Blick auf entsprechende Vorschläge des früheren US-Finanzministers Larry Summers. „Ich bin im Gegenteil der Auffassung, dass dieser Ansatz nicht die Lösung ist, sondern die Ursache“.

Die Europäische Zentralbank (EZB) steht derzeit an der Schwelle weiterer geldpolitischer Maßnahmen, um mit noch mehr billigem Geld die Wirtschaft anzukurbeln. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Donnerstag gesagt, er werde - falls nötig - auch Staatsanleihen am Finanzmarkt aufkaufen, zur Not auch gegen den Willen Deutschlands. „Ich denke, wir brauchen keine Einstimmigkeit dafür“, hatte Draghi gesagt.

Schäuble bekräftigte, nur eine Politik ohne neue Schulden werde langfristig erfolgreich sein. „Eine Abkehr von einer Politik ohne neue Schulden, würde das langsam wachsende Vertrauen in Europa wieder zerstören.“ Kritiker des deutschen Kurses, die dem Land zu wenig Investitionen vorwerfen, haben nach Ansicht Schäubles unrecht: „Eine Investitionslücke in Deutschland gibt es nicht.“ Deutschland investiere viel in den Forschungsstandort und damit in die Zukunft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schäuble kritisiert Geldpolitik: „Die EZB-Politik ist nicht die Lösung, sondern die Ursache“"

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  • Hat der endlich eine Morddrohung erhalten?

  • Die Kommentatoren scheinen sich ja einig zu sein. Ich muss aber klar widersprechen. Schäuble hat leider keinen lichten Moment. Die Sauerstoffzufuhr ist weiterhin abgeschaltet. Mit seinem ganzen politischen Gewicht mutiert er immer mehr zur tragischen Figur eines Clemenceau: http://zinsfehler.wordpress.com/2014/10/27/schuldmythen-und-das-dilemma-der-schwarzen-null/

  • Lichte Momente oder er hat einfach Angst, daß Volkes Zorn ihn treffen könnte, wenn die
    große Bombe platzt. Es kommen leise Stimmen von allen Seiten, daß dies 2015 der Fall sein wird.

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