Schäuble-Plan
„Grauer Kapitalmarkt“ soll an die Leine kommen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble plant zusammen mit Justizminister Heiko Maas strengere Regeln für den „Grauen Kapitalmarkt“. So sollen vor allem Kleinanleger vor hochriskanten Finanzprodukten geschützt werden.
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BerlinKleinanleger sollen künftig besser vor hochriskanten und unseriösen Finanzprodukten geschützt werden. Dazu planen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) schärfere Regeln auf dem bisher weitgehend unregulierten „Grauen Kapitalmarkt“.

Ihr am Donnerstag in Berlin vorgestellter Aktionsplan für mehr Verbraucherschutz sieht mehr Transparenz für Anleger sowie Vertriebsbeschränkungen vor. Zudem soll die oberste Finanzaufsicht Bafin mehr Befugnisse erhalten. Mit dem Maßnahmenpaket sollen „Regelungslücken und Umgehungsmöglichkeiten“ beseitigt werden.

So müssen künftig Risiken von Finanzprodukten offengelegt werden. Anleger sollen ferner einen besseren Zugang zu Informationen bekommen. Bei erheblichen Bedenken für den Anlegerschutz kann die Finanzaufsicht Bafin für Produkte oder Produktgruppen Vertriebsverbote und Vertriebsbeschränkungen verhängen.

„Dadurch soll es Privatanlegern einerseits ermöglicht werden, die Erfolgsaussichten einer Anlage besser einzuschätzen zu können“, heißt es in dem Maßnahmenpaket. „Andererseits soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen staatlicher Regulierung und Eigenverantwortung des Anlegers gewahrt werden.“

Auslöser für die strengeren Vorgaben war auch die Insolvenz des Windparkfinanzierers Prokon. Dort hatten rund 75 000 Anleger etwa 1,4 Milliarden Euro in hoch riskante Genussrechte investiert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wann wird man endlich dazu übergehen den Inhalt und die Vertragsgestaltung einer Anlage wichtig zu nehmen? Nicht nur bürokratische Auflagen zu erhöhen, das macht der Kapitalgesellschaft keinen Spaß und hilft auch nicht den Anlegern.
    Wir sind selber professionelle Anlageberater und haben in jetzt 25 Jahren keinen einzigen Fall von Ausfall eines Anbieters zu beklagen. Dabei legen wir nicht in Sparbüchern an, sondern auch heute noch in Festzinsanlagen mit einer Rendite von 6-9 % jährlich fest.

    Es geht, wenn man weiß was man tut und sich die Menschen und Unternehmen genau anschaut. Im übrigen gewinnt man nicht, weil man von allem ein wenig macht, sondern nur die wenigen, die funktionieren. Von 100 Kapitalanlagen schmeißen wir auch 98 in den Papierkorb. Aber die die übrig bleiben, die machen richtig Spaß

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