Schäuble soll Finanzminister werden
SPD-Anhänger lehnen Gabriel als Minister ab

Wie ein Berserker wirbt Gabriel für Schwarz-Rot. Er würde sich dafür gerne mit einem Top-Posten im Kabinett Merkel belohnen. Doch viele SPD-Anhänger wollen genau das nicht, wie eine Umfrage von Handelsblatt Online ergab.
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BerlinDie spannendste Frage in der Debatte um die Bildung einer Großen Koalition ist derzeit nicht etwa, wie das Votum der SPD-Mitglieder über den Koalitionsvertrag ausfällt. In den Regionalkonferenzen hat sich der Wind deutlich zu Gunsten eines Regierungsbündnisses mit der Union gedreht. Daher zweifelt kaum jemand an einem positiven Votum der Genossen. Die viel spannendere Frage ist: Welche Kabinettsposten reklamiert die SPD für sich? Und: Welches Ressort fällt für den Vorsitzenden Sigmar Gabriel ab?

Bislang hält sich hartnäckig die Einschätzung von politischen Beobachtern, dass Gabriel in jedem Fall ins Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel einzieht. Als politisches Schwergewicht müsste der SPD-Chef zudem ein wichtiges Ressort übernehmen. In diesem Zusammenhang empfahl vor kurzem der Vorgänger von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der gescheiterte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der SPD, das Finanzressort wieder für sich zu beanspruchen. Unionspolitiker hatten sich parallel für den Verbleib Schäubles auf dem Posten stark gemacht.

Geht es nach Steinbrück dann müsste Gabriel ran. Als Parteichef müsse er in einem Kabinett „spürbar Einfluss nehmen und deshalb ein wichtiges Ministerium als Vizekanzler übernehmen“. Was viele bislang nicht ernsthaft auf dem Zettel hatten, ist eine andere Variante der Machtverteilung. Gabriel könnte erst gar nicht Bundesminister werden, sondern zusätzlich zu seinem Partei-Spitzenamt noch den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion übernehmen. Gabriel äußert sich zu solchen Spekulationen nicht, weil er erst die Ergebnisse des Mitglieder-Votums abwarten will, die am Wochenende verkündet werden sollen. Geht es nach den Vorstellungen der meisten SPD-Anhänger ist die Sache aber schon entschieden. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von Handelsblatt Online.

In der künftigen Bundesregierung sollte das Finanzressort demnach nicht von Gabriel, sondern wieder von Schäuble übernommen werden. Auf die Frage, wer neuer Finanzminister werden soll, votierten 48 Prozent der befragten SPD-Anhänger für Schäuble (Unions-Anhänger: 82 Prozent; Linke-Anhänger: 38 Prozent, Grünen-Anhänger: 39 Prozent) und nur 37 Prozent für Gabriel (Unions-Anhänger: 10 Prozent; Linke-Anhänger: 40 Prozent, Grünen-Anhänger: 34 Prozent).

Kommentare zu " Schäuble soll Finanzminister werden: SPD-Anhänger lehnen Gabriel als Minister ab"

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  • Schäuble unser Finanzhassadeur wird uns schon in die Sch...e reißen, keine Sorge, - mit Gabriel ginge das nur schneller !

  • lieber Forenwanderer,
    ein Blick in wikipedia genügt, um zu sehen wer Preistreiber ist: der Staat. Die Kosten für Erzeugung, Transport und Vertrieb haben sich die letzten Jahre nicht erhöht. Absolut aber sehr wohl die EEG-Umlage, Stromsteuer und Mehrwertsteuer aus alles. Und diese Komponenten werden sich bei unveränderten Rahmenbedingungen auch schön weiter erhöhen - aber reden Sie sich ruhig weiterhin das Gegenteil ein.
    Aber wie gesagt: falsche Stelle

  • @women
    Natürlich werden die vergackeiert - sie merken es nur nicht oder wollens nicht merken.
    Der Kommentar war trotzdem an der falschen Stelle plaziert.

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