Scharfe Kritik
Die Sarrazin-Methode funktioniert erneut

„Europa braucht den Euro nicht“, heißt das neue Buch von Thilo Sarrazin. Der ehemalige Bundesbankvorstand schafft es erneut, die Politik aufzuregen. Einer der entrüsteten Kommentare: „Bullshit“.
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BerlinDer ehemalige Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin ist kurz vor Erscheinen seines neuen Buchs „Europa braucht den Euro nicht“ wieder in die Kritik geraten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warf Sarrazin in der „Bild am Sonntag“ vor: „Seine Methode, so zu tun, als ob es Denk- oder Sprechverbote in Deutschland zu bestimmten Themen gibt, gegen die er dann verstößt, hat etwas sehr Kalkulierendes. Und ist dann auch noch unsinnig.“

In seinem neuen Buch, aus dem das Magazin „Focus“ zitiert, fordert Sarrazin, dass Länder, die dauerhaft gegen den Stabilitätspakt verstoßen, den Euro-Raum verlassen. Griechenland hält er für einen hoffnungslosen Fall. Und er stellt nach Angaben des Magazins einen Zusammenhang zur Nazi-Vergangenheit her.

Die Befürworter gemeinsamer Euro-Staatsanleihen (Eurobonds) - also SPD, Grüne und Linke - seien „getrieben von jenem sehr deutschen Reflex, wonach die Buße für Holocaust und Weltkrieg erst endgültig getan ist, wenn wir alle unsere Belange, auch unser Geld, in europäische Hände gelegt haben“, zitiert „Focus“ aus dem Buch.

In der ARD-Talkshow „Günther Jauch“ und einem Streitgespräch dem früheren Bundesfinanzminister und möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück am Sonntag verteidigte Sarrazin seine Thesen. Er wehre sich gegen die Tendenz, dass Deutschland jenseits des Euro auch noch die Schulden anderer Länder übernehme wegen der Schulden der Vergangenheit. Dies müsse getrennt werden.

Sarrazin verwies in der Sendung darauf, dass es Altkanzler Helmut Schmidt Ende 2011 auf einem SPD-Parteitag gewesen sei, der den Bogen geschlagen habe von der deutschen Schuld am Holocaust bis hin zur gemeinsamen Währung.

Steinbrück wies diese Darstellung zurück und warf Sarrazin vor, Schmidt falsch zitiert zu haben. Schmidt habe gesagt, wenn die Ur-Motive der europäischen Integration nicht gegenwärtig sowie die deutschen Verpflichtungen aus der Geschichte nicht präsent seien, dann fehlten die politischen Voraussetzungen zur Lösung der derzeitigen prekären Lage in Europa.

Dem stimme er voll zu, sagte Steinbrück: „Deutschland hat eine europapolitische Verantwortung.“ Daraus ergäben sich Solidaritätsverpflichtungen, um eine Erschütterungsdynamik in Europa zu verhindern. Steinbrück warf Sarrazin eine platte ökonomische Analyse vor und nannte einige Thesen „Bullshit“. Der Euro bedeute nicht nur Binnenmarkt und Währung, sondern auch europäische Zivilisation.

Der SPD-Politiker und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, sagte: „Mit Sarrazin sollte sich niemand mehr in eine Talkshow setzen.“ Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kritisierte: „Nationalistischer Unsinn von Sarrazin passt nicht zum Bildungsauftrag eines öffentlich-rechtlichen Senders.“ FDP-Generalsekretär Patrick Döring befand: „Das hat im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nichts zu suchen.“

Sarrazins neues Buch erscheint am Dienstag. Das SPD-Mitglied hatte bereits mit umstrittenen Thesen zur Integration heftige Diskussionen ausgelöst. Darin hatte er umstrittene Thesen zur Migration aufgestellt und behauptet, alle Juden teilten ein Gen. Das Buch verkaufte sich millionenfach.

Agentur
dapd 
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  • @hardy
    best gruesse zurueck, mehr geschraubt als gefahrn, erinnert an politischen Tonlagen. Talkrunden zur Absonderung sind halt so ein Ding. Dass aber die Genossen immer noch an alten Weisen festhalten, laesst sie wie unser noch standhaftes Merkelchen bald zu Waisen ohne ausreichende Wählersschaft mutieren, Obwohl, solange die Talker auch als Stalker ihr Auskommen finden, uns mit Satzbausteinen permanent volllullen, könnten die Damen und Herrn im Glastempel alter Eitelkeiten durchaus mit Organspendenpass-Neu überleben.
    Bis bald mal , frustier bitte nicht die kritische Masse im ersten Protest-Ansatz. Wir brauchen die Leut.

  • HiYa, Lensoes,

    ich hatte Sie schon vermisst und mir vorgestellt, wie Sie mit einem Bike durch's Gelände brettern.

    Ich mag ja _hier_ als Waise erscheinen, aber realiter?

    Nope, ich bin da eher in einer eigentlich gar nicht mal so unfröhlichen Runde, seit statt Zwieback wieder Baguettes ausgeteilt werden. Ein bißchen gute Luxembourger Butter drauf, einen kleinen Schluck Herault oder Corbières dazu.

    Noch 50 Tage und ich werde diesen Felsen so lange anstarren, bis _er_ wieder in _mir_ ist. Quillan/Axat, falls Sie googlen möchten ;-)

    Ich habe eben ganze 10 Minuten ZDF-Quasselshow mit dieser unsäglich nervsägenden Moderateuse durchgestanden, und fand Trittin wie immer cool, den Söder mag ich ja auch seit seinem furiosen Performance auf dem Nockherberg vor drei Jahren ... nur diese Tusse, die macht mich komplett böse.

    Nicht böse, eher erleichtert, bin ich aber über das schön klare Französisch des M. Hollande und vor allem die Erkenntnis, daß nicht etwa der Euro platzen wird - eher die Optionen, daß Mdme. da überhaupt noch rauskönnte.

    Sarrazyn hin oder her - gehen Sie ruhig mal eine "Wette" ein, daß das einzige, was demnächst platzt, Mdme. sein wird - von innen wie von aussen ;-)

    Die ist viel ver-waister, als ich das je sein könnte.

    Grüße

  • @hardy

    ....liegt fully im Trend aller Europaweisen ( ..waisen ). GR braucht den Euro und die Alimentation. Schon die nichtvorhandene Lebensmittelproduktion für Endverbraucher, bisher über die EURO-Freunde aus Pasok und ND gewinnbringend importiert, brächte GR nahe an seine osmanische Herrschaftszeiten. Und so viel Ziegenkäse produziert GR nicht, imaginäre Produktionszifffern tauchen ausschliesslich in EU Subventionslisten auf. Als braver Mensch und Europ-Fleuropgeist können wir die armen Leut da unten nicht mit ihrer Europa-Kultur alleine lassen. Her mit Bonds, Krediten, es gilt ein fetziges Festchen zu feiern.
    Jamas...

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