Scharfer Angriff des Altkanzlers
Schmidt vergleicht Lafontaine mit Hitler und Le Pen

Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat den Vorsitzenden der Linkspartei und früheren SPD-Chef, Oskar Lafontaine, scharf attackiert und ihn mit Adolf Hitler und dem Franzosen Jean-Marie Le Pen verglichen.

HB BERLIN. Man dürfe nicht vergessen, "dass Charisma für sich genommen noch keinen guten Politiker ausmacht", sagte Schmidt der "Bild am Sonntag". "Auch Adolf Nazi war ein charismatischer Redner. Oskar Lafontaine ist es auch." Zudem verglich er Lafontaine mit dem französischen Rechtspopulisten Jean-Marie Le Pen. "Der eine ist links, der andere ist rechts. Aber vergleichbare Populisten sind Lafontaine und Le Pen schon", erklärte der Altkanzler.

Linken-Fraktionsvorstandsmitglied Petra Pau kritisierte, dass Schmidt Lafontaine in die Nähe von Adolf Hitler gerückt habe. Es gebe Vergleiche, die für Demokraten schon im Ansatz Tabu sein sollten, weil sie letztlich das NS-Regime verharmlosten und Millionen Opfer verhöhnten, erklärte sie in Berlin.

Schmidt zeigte sich besorgt über den Erfolg von populistischen Parteien. Damit meine er nicht allein die Linkspartei, sondern „ebenso die NPD und ähnliche“, sagte der Altkanzler der „BamS“ weiter. Es sei kein Zufall, dass solche Gruppierungen „gerade in den Teilen Deutschlands ihre Wahlerfolge feiern, in denen es den Menschen wirtschaftlich nicht so gut geht. Also vor allem in den sechs neuen Bundesländern“. Dazu zählte er auch die Hauptstadt Berlin, die er als „die Hauptstadt der Arbeitslosigkeit, die Hauptstadt der Hartz-IV-Empfänger“ bezeichnete. Der Populismus sei jedoch kein spezifisch deutsches Problem, sagte Schmidt: „Das finden Sie auch in Holland, Belgien, in Frankreich: rechte Populisten wie Le Pen und Konsorten.“

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