02.05.2006

Krawalle zum 1. Mai: Schaulustige büßen für ihre Neugier

Fast wäre der 1. Mai in Berlin friedlich abgelaufen. Doch am Abend schlugen die Randalierer in Kreuzberg zu. Dabei wurden auch Schaulustige verletzt. Die Polizei hatte jedoch insgesamt weit weniger zu tun als in den Vorjahren.

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Die Oranierstraße in Berlin-Kreuzberg stand am Montagabend teils in Flammen. Foto: dpaLupe

Die Oranierstraße in Berlin-Kreuzberg stand am Montagabend teils in Flammen. Foto: dpa

HB BERLIN. Nach Einbruch der Dunkelheit warfen mehrere hundert Randalierer am Heinrichplatz Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper gegen Polizisten. In der Oranienstraße zündeten sie Müllcontainer und Pappkartons an. Der U-Bahnverkehr auf der Linie 1 musste vorübergehend unterbrochen werden, weil Züge beworfen worden waren. Die zumeist jugendlichen Demonstranten deutscher, türkischer und arabischer Herkunft waren zum Teil vermummt.

Schaulustige wurden von Flaschen getroffen und mussten von Sanitätern behandelt werden. Laut Polizei gab es aber eher weniger Gewalt als im Vorjahr. Nach Jahren der Eskalation waren die Feiern zum 1. Mai in Kreuzberg im vergangenen Jahr nach Einschätzung der Polizei so friedlich wie seit den Gewaltanfängen 1987 nicht mehr.

Laut Polizei war die vorangegangene Walpurgisnacht die ruhigste seit Jahren. In der Vergangenheit war es in der Nacht zum 1. Mai immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei in Berlin gekommen, bei denen es auch zahlreiche Verletzte gab.

Das Konzept der ausgestreckten Hand habe auch in diesem Jahr dafür gesorgt, dass in Kreuzberg bis zum späten Abend friedlich gefeiert werden konnte, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch in der Nacht zum Dienstag. Laut Polizei wurden rund 50 Randalierer festgenommen, die anderen vertrieben. Etwa 40 Einsatzkräfte seien verletzt worden. Gegen Mitternacht hatte sich die Lage beruhigt.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und Polizeipräsident Glietsch wollen am heutigen Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz eine Bilanz des Polizeieinsatzes ziehen. Der Polizeipräsident sagte weiter, gegen diejenigen, die das „Myfest“ rund um den Mariannenplatz mit rund 11 000 Besuchern stören wollten, sei gezielt und konsequent vorgegangen worden. Auch die gute Zusammenarbeit zwischen den Initiatoren des Festes und der Polizei habe zu der positiven Bilanz beigetragen.

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