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30.07.2008 
Hohe Entsorgungskosten

Schavan stockt Atomforschung auf

Bundesforschungsministerin Annette Schavan will ungeachtet der Vereinbarungen über den Atomausstieg mehr Geld in die Kernforschung investieren. Die CDU-Vize kündigte gegenüber einer Zeitung an, die Fördermittel in den kommenden zwei Jahren von derzeit zehn auf 14 Mill. Euro aufzustocken.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan will trotz des Atomausstiegs mehr Geld in die Kernforschung stecken. Foto: apLupe

Bundesforschungsministerin Annette Schavan will trotz des Atomausstiegs mehr Geld in die Kernforschung stecken. Foto: ap

HB BERLIN. Das sagte Annette Schavan der „Berliner Zeitung“ im Interview. Auch die Ausbildung junger Nuklearwissenschaftler solle verbessert werden. „Wir dürfen uns keinen Kompetenzverlust in der Kernforschung leisten, solange um uns herum überall neue Kernkraftwerke gebaut werden“, sagte die Ministerin. Schavan versicherte am Mittwoch vor Journalisten, alle Maßnahmen seien bereits vor zwei Jahren mit Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) abgestimmt. Es gehe um Forschungen zur Reaktorsicherheit, Strahlenschutz und Endlagerung. Das meiste Geld wird aus dem Forschungsetat des Bundes seit vielen Jahren aber für den Rückbau und die Entsorgung stillgelegter Forschungsreaktoren ausgegeben, unter anderem in Jülich und Karlsruhe. Derzeit sind dies 195 Mill. Euro. Hinzu kommen 45 Mill. Euro pro Jahr für die Endlagerung.

Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin sagte, all diese „verschwendeten Forschungsgelder“ kämen zu den Summen hinzu, „mit denen die Steuerzahler über die letzten Jahrzehnte eine Risikotechnologie subventioniert haben, mit der sie sich selbst und ihre Kinder gefährden“. Das Geld werde dringend bei der Erforschung erneuerbarer Energien benötigt.

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