0 Bewertungen
29.11.2006 
Rückläufige Erstsemesterzahlen

Schavan verteidigt Studiengebühren

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sieht „keinen direkten Zusammenhang“ zwischen den rückläufigen Erstsemesterzahlen und den neuen Studiengebühren. Dagegen spreche, dass „etwa Bayern und Hamburg Zuwächse verzeichnen, obwohl sie Gebühren einführen“, sagte Schavan dem Handelsblatt.

BERLIN. Der neue Sprecher der Wissenschaftsminister der Union, Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) hingegen räumte ein: "Der Zusammenhang mit den Gebühren ist nicht einfach von der Hand zu weisen, aber auch nicht der einzige Beweggrund, nicht zu studieren." Deshalb sei das von einer CDU/FDP-Koalition regierte Sachsen-Anhalt wie die anderen neuen Länder bei der Entscheidung über Gebühren "auch so zögerlich", sagte Olbertz dem Handelsblatt. "Ob ein Land Studiengebühren hat oder nicht: Es darf kein Abiturient aus rein wirtschaftlichen Gründen von einem Studium abgeschreckt werden. Deshalb brauchen wir Stipendien, Bonisysteme und einen Gebührenerlass für besonderes gute Absolventen. Zudem sollten die Länder gesetzlich regeln, dass das Gebührenaufkommen ausschließlich zusätzlich den Hochschulen zukommt."

Auch die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und Koordinatorin der SPD-Länder, Doris Ahnen, schließt nicht aus, „dass schon die Diskussion um die Studiengebühren junge Menschen verunsichert und sie von einem Studium abschreckt“. „Das darf nicht passieren“, sagte sie dem Handelsblatt. Ein weiterer Grund "für die rückläufigen Zahlen mag in Zulassungsbeschränkungen liegen". Sie sagte, sie hoffe, dass der Hochschulpakt neue Impulse setzt.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte davor, nur auf Studienanfänger zu setzen. „Noch wichtiger ist es, die Absolventenquoten durch bessere Lehre und intensivere Betreuung deutlich zu steigern. Abbrecherquoten von rund 40 Prozent wie z.B. in Informatik sind nicht akzeptabel“, sagte er dem Handelsblatt. Hundt plädierte dafür, künftig mehr Frauen für technische Fächer zu werben.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Die Milliardärin Penny Pritzker aus Chicago soll nach US-Medienberichten Wirtschaftsministerin in der Regierung des designierten Präsidenten Barack Obama werden. Mit dieser Personalie nimmt die Regierungsmannschaft zwei Wochen nach der US-Wahl allmählich Gestalt an.Bildergalerie 

  • Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlos...

    Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlossen wurde

    Auf dem Weltfinanzgipfel in Washington wollten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) einen Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbaren, die eine Finanzkrise, die die ganze Welt in die Rezession treibt, in Zukunft verhindern soll. Was beschlossen...Bildergalerie 

  • Was führende Köpfe vom Finanzgipfel e...

    Was führende Köpfe vom Finanzgipfel erwarten

    Nichts Geringeres als eine neue Weltfinanzordnung wollen die 20 Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsmächte am Wochenende in Washington aus der Taufe heben. Was Politiker, Konzernchefs, Ökonomen und andere führende Köpfe aus der Finanzwelt vom Weltfinanzg...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kein Ausweg aus der Finanzkrise in Sicht  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Hermann-Josef Knipper

Der letzte Tag der „Euro Finance Week“ in Frankfurt hat das ganze Drama der Macht- und Ratlosigkeit der Finanzbranche deutlich gemacht. Nach der harschen Kritik von Bundespräsident Horst Köhler, der nicht weniger als ein neues Weltfinanzsystem gefordert und viele Schuldige benannt hatte, mühten sich Banker, Ökonomen und Notenbanker um Auswege aus der Krise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Deutscher Bauernstaat  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Helmut Hauschild

Die Bundesregierung tut sich mit ihrer Agrarpolitik als Industriestaat keinen Gefallen. Kommentar