Schavan zu Plagiatsvorwürfen
„Ich lasse mir das nicht bieten“

Annette Schavan muss um ihren Doktortitel bangen. Nun tritt die Bundesbildungsministerin die Flucht nach vorne an. Sie will zu den Vorwürfen, sie habe bei ihrer Promotionsarbeit getäuscht, Stellung beziehen.
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UlmBundesbildungsministerin Annette Schavan hat empört auf die Veröffentlichung von Details des Gutachtens zu ihrer Doktorarbeit reagiert. In der „Südwest Presse“ (Montag) sprach die CDU-Politikerin von einem „unmöglichen Verhalten“ und kündigte an: „Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als mich zu wehren. Das heißt, ich werde zu den Vorwürfen gegenüber der Universität Stellung beziehen. Ich lasse mir das nicht bieten.“

Ein Gutachter wirft Schavan nach Medienberichten bewusste Täuschung bei ihrer Promotionsarbeit vor. Es ergebe sich das „charakteristische Bild einer plagiierenden Vorgehensweise“, stellte der Prüfer der Universität Düsseldorf fest, wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) am Sonntag übereinstimmend aus der Analyse zitierten. Insgesamt soll es auf 60 der 351 Seiten langen Doktorarbeit beanstandete Textstellen geben.

Schavan wehrte sich gegen den Vorwurf: „Die Unterstellung einer Täuschungsabsicht weise ich entschieden zurück“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. In der SZ betonte sie, wie sehr sie die Vorwürfe schmerzen: „Es trifft mich. Es trifft mich im Kern. Es trifft den Kern von dem, was mir wichtig ist.“ Schavan räumte allenfalls kleinere Fehler ein. „Ich habe sorgfältig gearbeitet. Hier und da hätte man auch noch sorgfältiger formulieren können.“

Schavan wies die Vorwürfe in der „Südwest Presse“ erneut zurück. „Von den Vorwürfen ist nichts haltbar“, sagteSchavan weiter. Auch wenn sie sich nach mehr als 30 Jahren natürlich nicht mehr an alle Einzelheiten genau erinnern könne: Wo sie in ihrer Doktorarbeit eine Primärquelle zitiert habe, „hatte ich eine“, sagte die CDU-Politikerin. „Ich habe keine Quelle bewusst falsch angegeben und bislang auch keinen Fehler entdeckt.“

Die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität überprüft seit mehreren Monaten Schavans Doktorarbeit aus dem Jahr 1980 auf Plagiatsvorwürfe. Wie „Spiegel“ und „SZ“ berichten, hat der Gutachter Stefan Rohrbacher auf 60 von 351 Seiten Mängel gefunden. „Eine leitende Täuschungsabsicht ist nicht nur angesichts der allgemeinen Muster des Gesamtbildes, sondern auch aufgrund der spezifischen Merkmale einer signifikanten Mehrzahl von Befundstellen zu konstatieren“, heißt es demnach in der vertraulichen Analyse.

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Verlust des Doktortitels noch nicht sicher

Kommentare zu " Schavan zu Plagiatsvorwürfen: „Ich lasse mir das nicht bieten“"

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  • Komisch. Ich habe sie gerade auf 4shared.com lesen können, Maggie. Nix mit verschwunden.

  • DagmarK
    Na, die ist doch nicht auffindbar

  • Ein und das selbe verlogene Pack!

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