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Schiedsrichter am Pranger: Steuer-Affäre weitet sich aus - Kritik wächst

Deutsche Fußball-Schiedsrichter am Pranger: Mittlerweile stehen 70 Referees wegen Steuerhinterziehung unter Verdacht. Auch verbale Prügel müssen die Unparteiischen in der Bundesliga einstecken.

Rote Karte für Schiris: Gegen mittlerweile 70 Referees wird wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt. Quelle: dpa
Rote Karte für Schiris: Gegen mittlerweile 70 Referees wird wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt. Quelle: dpa

Frankfurt/MainDer Steuerskandal um Schwarzgeldkonten im Ausland nimmt immer größere Ausmaße an und die Kritik aus der Bundesliga an Schärfe zu: Den deutschen Spitzen-Schiedsrichtern steht ein heißer Herbst bevor. Nach einem Bericht des „Spiegel“ sind die Ermittlungen mit dem treffenden Namen „Abseits“ wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung auf rund 70 aktive und ehemalige Unparteiische ausgeweitet worden. Zu allem Übel weht den verunsichert wirkenden Referees ein heftiger Gegenwind aus der Liga entgegen.

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In der Steuer-Affäre müsse „von einem System ausgegangen werden“, heißt es laut „Spiegel“ in einer Notiz der Fahnder. Die Ermittler überprüfen mittlerweile alle Referees, die in „den letzten zehn bis zwölf Jahren“ international im Einsatz waren. Teilweise gehe es um Summen von über 100.000 Euro, die von der FIFA und UEFA als Honorare auf Konten im Ausland überwiesen und steuerlich verschwiegen worden sein sollen.

Neben FIFA-Referee Felix Brych gehört auch ein namhafter Schiedsrichter-Assistent zum Personenkreis, gegen den ermittelt wird. Laut „Spiegel“ soll er ein Schwarzgeldkonto in Liechtenstein gehabt haben, das er den Steuerfahndern bei einer Hausdurchsuchung am 24. Oktober angeblich offenbarte.

Eine der Schlüsselfiguren in dem Skandal soll ein ehemaliger Schiedsrichter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sein. Der Mann sei inzwischen ein hochrangiger Funktionär des Bayerischen Fußball-Verbandes und Inhaber eines Steuerbüros. Mindestens sechs beschuldigte Schiedsrichter sollen von dieser Kanzlei vertreten werden. „Wir können den Vorgang erst dann bewerten, wenn konkrete Ergebnisse vorliegen“, sagte ein DFB-Sprecher am Samstag zu den neuen Entwicklungen.

DFB-Vorstandsmitglied Heribert Bruchhagen erwartet eine baldige Reaktion vom Vorsitzenden der Schiedsrichter-Kommission. „Ich bin erstaunt, dass sich Herbert Fandel nicht breitmacht und sagt: Das sind meine Schiedsrichter und das weise ich brüsk zurück“, sagte Bruchhagen am Sonn

tagabend in der Fernsehtalk-Sendung „Sky90“. „Sollte es ein in Deutschland geborenes System sein, wäre das ein unangenehmes Thema für den deutschen Fußball“, erklärte der Vorstandschef von Eintracht Frankfurt. Gleichzeitig ist er im Zuge der geltenden Unschuldsvermutung dafür, die unter Verdacht stehenden Schiedsrichter weiter pfeifen zu lassen: „Unsere zehn bis zwölf internationalen Schiedsrichter kann man nicht ersetzen. So viel Qualität kann man gar nicht so schnell nachliefern.“ Unterdessen hat die Affäre anscheinend erste Auswirkungen auf die Bundesliga. Je mehr auf die Schiedsrichter öffentlich eingeprügelt wird, desto mehr sinkt offenbar die Toleranzgrenze bei Fehlentscheidungen.

  • 07.11.2011, 21:29 UhrAnonymer Benutzer: Juser

    Pro Bundesliga-Einsatz erhält jeder Schiedsrichter 3 800 Euro, die Assistenten bekommen 2000, der vierte Offizielle kassiert 1000 Euro. In der 2. Liga erhält der Unparteiische 2000, in der 3. Liga 750 Euro pro Partie.
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    3800 Euro pro Spiel, hat man es da wirklich nötig, Steuern zu hinterziehen?
    Sowas verstehe ich einfach nicht!

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