Schiefergas-Förderung: Schleswig-Holstein will Fracking verbieten lassen

Schiefergas-Förderung
Schleswig-Holstein will Fracking verbieten lassen

Schleswig-Holstein sperrt sich gegen ein schnelles Gesetz zur Schiefergas-Förderung will das das umstrittene Fracking verbieten lassen. Das Einleiten von giftigen Chemikalien in den Boden müsse untersagt werden.
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BerlinDas rot-grün regierte Schleswig-Holstein will die umstrittene Schiefergas-Förderung verbieten lassen. Es müsse untersagt werden, giftige Chemikalien zur Lösung von Gasen in den Boden einzuleiten, erklärte der Landesumweltminister Robert Habeck (Grüne) am Freitag im Bundesrat.

Angesichts der Gefahren durch das sogenannte Fracking habe das Argument, damit könnten preiswert heimische Gasvorkommen erschlossen werden, kein Gewicht. Im Bergrecht müsse ein klares Fracking-Verbot festgeschrieben werden. Der Antrag Schleswig-Holsteins wurde zur Beratung in die Bundesratsausschüsse überwiesen.

Trotz des Widerstandes auf dem Norden wollen Union und FDP noch vor der Bundestagswahl den Gesetzentwurf für die Gasförderungen einbringen. Der Termin ist allerdings noch unklar. Eine Kabinettsbefassung zum Thema Fracking am 8. Mai sei nicht möglich, weil es weiteren Klärungsbedarf gebe, hieß es am Freitag aus Koalitions- und Regierungskreisen.

Seit Wochen verzögert sich eine Einbringung wegen diverser Einwände. Während Teile der FDP und das Wirtschaftsministerium die Chancen der Technologie betonen, gab es von rund 80 Unions-Abgeordneten mit Wahlkreisen in möglichen Frackinggebieten Bedenken. Möglich ist, dass das Kabinett nur Formulierungshilfen beschließt und das Gesetz über die Fraktionen eingebracht wird, damit der Bundesrat noch vor der Bundestagswahl über das Vorhaben am 5. Juli entscheiden könnte.

Ein verschärfter Entwurf des Bundesumweltministeriums sieht vor, dass Wasserschutzgebiete und Heilquellengebiete tabu sein sollen, ebenso Bohrungen von außerhalb unter Wasserschutzgebiete. Kritiker fürchten, dass eingesetzte Chemikalien das Grundwasser verunreinigen. Bisher wird die neue Fördertechnik mit horizontalen Bohrungen de facto in Deutschland nicht angewandt - es fehlt aber bisher eine grundlegende rechtliche Klarstellung zu der neuen Fördertechnik.

Geplant ist, dass alle Entscheidungen über Bohrungen nur im Einvernehmen mit den örtlichen Wasserbehörden getroffen werden dürfen - und auch ein Verpressen der eingesetzten Bohrflüssigkeit in Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten soll verboten werden. Bei der neuen Fördertechnik wird mit hohem Druck unter Einsatz von Wasser, Sand und Chemikalien das Gestein aufgebrochen, damit das Gas durch feine Risse großflächig entweichen kann.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schiefergas-Förderung: Schleswig-Holstein will Fracking verbieten lassen"

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  • Ok. Dann lassen wir aber Schleswig-Holstein auch im kalten sitzen wenn es draußen stürmt und schneit , das Gas das wir fördern , bleibt bei uns !

  • Spätestens mit der Bohrung sind die Lagerstätten nicht mehr abgeschirmt. Hinzu kommen etwaige Wegsamkeiten die erst durch die Rissbildung hervorgerufen werden.
    Marcellus-Shale, USA, 2011: 7% der Bohrungen im Neuzustand schon mit Zementierungsproblemen.
    Oder mal durch die COGCC-Reports geblättert - jedes Jahr mehrere undichte Altbohrungen die auf Staatskosten saniert werden, weil der damalige Betreiber nicht mehr greifbar ist. Soviel zur Abschirmung...

  • Schleswig-Holstein steht mit Pisa nicht auf gutem Fuße.
    Die ergrünten Experten in diesem Immernehmerland sollten uns einmal erklären, was denn "Boden" ist.
    Geht der vlt. bis zum Mittelpunkt der Erde? Ob das dann nicht kollidiert mit der Grünmeinung - bzw. dem Grünglauben nach "Atomkraftfreiheit für die Erde"?
    Gehört der Boden, ja wem gehört er denn? Dem Volke vielleicht - aber jedenfalls nicht den armseligen Politikern.
    Es braucht ganz dringend einen Wechsel, hin zu Ehrlichkeit und gesundem Menschenverstand.
    Wir brauche als AfD keine Ideologie und setzen an deren Stelle Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Vertragstreue.
    Einfach armselige Grüne! Und verlogen hinzu!

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