
So hat etwa der Besuch des israelischen Präsidenten Schimon Peres dem Bundestag einen denkwürdigen Auftritt am Holocaust-Gedenktag beschert. Aber den Preis dafür zahlen wie bei vielen anderen Staatsbesuchen mit Hochsicherheitsbehandlung die Berliner in der Mitte der Stadt.
Abgesperrte Straßen, durchjagende Autokolonnen und unsinnige Durchgangskontrollen produzieren tausendfache Flüche. Zwangsläufig entschleunigt sich das Leben, auch für Journalisten. Wer etwa an einem Termin mit Peres teilnehmen wollte, musste zwei Stunden zuvor die Sicherheitskontrollen passieren.
Auch Außenminister Guido Westerwelle kennt das Problem mittlerweile – aber aus der anderen Perspektive. Als er seinen Antrittsbesuch im notorisch staugefährdeten Moskau machte, ließ die Polizei der Riesenmetropole für ihn kurzerhand die großen Ausfallstraßen zum Flughafen räumen. Die Kolonne des Außenministers jagte deshalb an gigantischen Staus gestoppter Russen vorbei – so viel freundliche Worte können Politiker kaum austauschen, um den durch internationale Diplomatie entstehenden Frust in der Bevölkerung wieder wettzumachen.