Schlechten Umfragewerte
Beck braucht dringend einen Erfolg

SPD-Chef Kurt Beck benötigt dringend positive Schlagzeilen. Seine öffentlichen Bekanntheits- und Popularitätswerte sind niedrig, Auftritte des SPD-Vorsitzenden bewerten Genossen als besorgniserregend. Einen Schub erhoffen sich Beck und die Bundespartei von der Landtagswahl in Bremen am Sonntag.

BERLIN. Zwar betonte Generalsekretär Hubertus Heil am gestrigen Donnerstag, es wäre „vermessen“, den Urnengang in der Hansestadt zum „Test für die Bundestagswahl“ hochzustilisieren. Intern hieß es im Willy-Brandt-Haus aber, am Sonntag werde die Behauptung, die SPD könne in der großen Koalition nur verlieren, „widerlegt“. Dies sei „sehr wichtig“ für die Stimmung der Basis. Beck will das Ergebnis auch als eigenen Erfolg verkaufen.

Der 58-jährige Pfälzer, der am Montag offiziell ein Jahr im Amt ist, braucht dringend positive Schlagzeilen. Seine öffentlichen Bekanntheits- und Popularitätswerte sind niedrig, und sein Auftritt beim jährlichen Treffen des konservativen „Seeheimer Kreises“ der SPD am Dienstagabend wurde von vielen Genossen als besorgniserregend schwach empfunden. Hingegen sagen die Demoskopen der SPD in Bremen ein gutes Ergebnis von rund 40 Prozent voraus, das der Partei ein Regierungsbündnis sowohl mit der Union als auch mit den Grünen erlauben und damit auch bundespolitisch neue Optionen andeuten würde.

In Parteikreisen sorgte am Donnerstag weiter der Auftritt von Beck und Vizekanzler Franz Müntefering bei der Spargelfahrt der „Seeheimer“ für Gesprächsstoff. Nach einem inhaltslosen Grußwort des Parteichefs hatte Müntefering im Stakkato ein fulminantes Bekenntnis zur unpopulären Reformpolitik abgelegt und dafür starken Beifall geerntet. Zwar wurde dem Eindruck, Müntefering habe Beck desavouieren wollen, widersprochen. Doch wird der Vorfall, der die Entfremdung der beiden SPD-Spitzenpolitiker verdeutlicht, von den Beteiligten völlig unterschiedlich bewertet.

Die Bootstour der „Seeheimer“ sei „nicht der Ort von großen Reden“, hieß es im Willy-Brandt-Haus. In dieser Sichtweise verhielt sich Beck angemessen, während der Auftritt von Müntefering „eher ungewöhnlich“ war. Dem wird in der Umgebung des Vizekanzlers widersprochen: Müntefering habe gesagt, „was er immer sagt“. Es sei unfair, ihn stets in Beziehung zu Beck zu setzen. Außerdem: „Müntefering kann sich nicht klein machen, damit Beck groß ist.“

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