Schlechtes Deutsch

Missverständnisse wegen fremdsprachiger Ärzte

Immer mehr Ärzte aus Bulgarien, Rumänien und anderen Ländern behandeln in Deutschland. Der Bund der Klinikärzte klagt, dass dies immer häufiger zu Verständnisproblemen führe. Gefordert seien strengere Sprachprüfungen.
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Die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärzte im Jahr 2010 um fast acht Prozent gestiegen. Quelle: dpa

Die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärzte im Jahr 2010 um fast acht Prozent gestiegen.

(Foto: dpa)

NürnbergKlinikärzte haben die ihrer Ansicht nach unzureichenden Deutschkenntnisse ausländischer Kollegen beklagt. In vielen Fällen besäßen die Mediziner zwar Deutsch-Grundkenntnisse; diese reichten aber meist für eine angemessene Kommunikation mit Patienten und Kollegen nicht aus, kritisierte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

„Es reicht nicht, wenn ein Arzt im Nachtdienst eine Pizza bestellen kann“, sagte Henke vor Beginn des 115. Deutschen Ärztetages in Nürnberg. Zum Wohl des Patienten müssten ausländische Ärzte in der Lage sein, „im Gespräch mit Kollegen ihre Befunde fehlerfrei vorzutragen“, forderte der Chef des Marburger Bundes, in dem die Klinikärzte zusammengeschlossen sind. Auch Arztbriefe müssten so klar und eindeutig formuliert sein, dass Missverständnis über den Zustand eines Patienten ausgeschlossen seien.

Henke betonte, angesichts des Ärztemangels in vielen Kliniken begrüße er grundsätzlich den Einsatz von Kollegen aus Bulgarien, Rumänien, Griechenland und Spanien. Allerdings sollten die zuständigen Behörden bei der Überprüfung der im Ausland erworbenen ärztlichen Approbationen strenger als bisher die Deutschkenntnisse überprüfen. Häufig gäben sich die Behörden mit dem Nachweis eines sprachlichen Mindeststandards zufrieden. Dieser reiche aber meist für den Einsatz in deutschen Kliniken nicht aus.

Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke. Quelle: dpa

Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke.

(Foto: dpa)

Stärker gefordert sieht Henke auch die Klinikbetreiber. „Die Ärzte brauchen hier mehr Unterstützung von den Kliniken. Die ausländischen Kollegen sollten erst dann eingesetzt werden, wenn sie über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen“, forderte Henke. In einigen Kliniken hätten sich Mitarbeiter in den Schreibdiensten bereits über die vielen Korrekturen von Diktaten ausländischer Ärzte beklagt.

Nach Angaben der Bundesärztekammer ist die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärzte im Jahr 2010 um 7,9 Prozent auf 25 316 gestiegen. Besonders stark habe die Zahl der in Krankenhäuser eingesetzten ausländischen Ärzte zugenommen; sie kletterte der Bundesärztekammer zufolge um 12,2 Prozent. Eine absolute Zahl nannte die Kammer nicht.

Die meisten der im Jahr 2010 zugewanderten Ärzte stammten aus europäischen Ländern. Von ihnen stammten wiederum 383 aus Rumänien, 159 aus Ungarn, 155 aus Österreich, 153 aus Griechenland und 118 aus Bulgarien.

  • dpa
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6 Kommentare zu "Schlechtes Deutsch: Fremdsprachige Ärzte sorgen für Missverständnisse"

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  • Dann braucht man Ihnen ja nicht zu erzählen, wie viel Quatsch in die Befunde rein geschrieben wird.

    Bei einem "schönen" Artikel zum Thema können wir ja einmal richtig nachlegen und darlegen wie Verletzte von der BG einschließlich der Gerichten "beschissen" werden.

  • Das kann man so formulieren. Dramatischer finde ich jedoch, dass viele Ärzte am Gängelband von Pharmaindustrie und Versicherungen laufen. Deshalb sollte unter jedem ärztlichen Dokument stehen, wer der Sponsor ist und ob der Arzt sein Dokument frei von Interessenkonflikten unterstellt hat oder nicht.

    Eine Praxis, die für wissenschaftliche Arbeiten schon lange gilt, aber insbesondere von Gerichten z.L. von Patienten missachtet wird
    (Deutsches Ärzteblatt⏐Jg. 106⏐Heft 7⏐13. Februar)

    Das ist viel problematischer!

    Ein ausländischer Arzt überwindet nach absehbarer Zeit sein Sprachproblem, der korrupte Arzt dagegen nie.

  • ...gerade gefunden:Diese Studie finanzieren WIR durch die Verteuerung unserer Arzneimittel...
    InKoMi
    "Mit der Studie wird das internetbasierte interaktive Übersetzungsinstrument „Lilly Translate“, das die Arzt-Patient-Kommunikation bei der Anamnese, Diagnostik und Therapie unterstützt, hinsichtlich seiner Akzeptanz und Wirkung bei Ärzten/-innen und Patienten/-innen untersucht."

    http://www.ash-berlin.eu/forschung/aktuelle-projekte
    /inkomi/

    ...mit "Lilly Translate" an den Mann/Frau -na ja, Roboter operieren uns ja schon , warum soll eine "Übersetzungssoftware " nicht die Befragung bzw. die Anamnese eines Patienten übernehmen ;-)-alles für "Multi-Kulti"

  • So eine Ärztin it sofort zu entlassen, das ist Fakt
    Und eine Klinikleitung die das nicht tut, gehört vor Gericht
    Oder muß es erst tote Patienten geben?
    Und wieso haben wir nun auch Ärzte aus Saudi Arbien?
    Was in usnerem Lande mittlerweile abläuft, ist nicht mehr normal
    Die Deutschen Ärzte jagt man in Scharen aus dem atnd. Und schlecht ausgebildete nicht Deutch sprechende holt man rein
    Ich ließe mich von so jemandem nicht behandeln
    Ich komem ebenfalls aus dem Gesundheitssystem und kenne den klinik-Alltag.
    habe viele Jahre als Rö.-Assist. gearbeitet

  • unglaublich! ... wohl dem, der eine solche stationäre Versorgung nicht benötigt.

  • Ich kann Ihren Artikel voll und ganz bestätigen, da ich selbst in einem Klinikum (ca.3000 Mitarbeiter) arbeite und von daher aus Erfahrung sprechen kann.
    Nur ein Beispiel :
    Assistenzarzt-Stellen sind Mangelware, zumindest in dem Fachbereich, in welchem ich arbeite.
    Immer mehr Ärzte wohlhabender Eltern arbeiten in Kliniken unentgeltlich um Erfahrungen zu sammeln und um dann, im Anschluss an diese Zeit, durch den Vorweis von X durchgeführten OPs ihren Facharzt-Zulassung zu bekommen.
    Momentan, arbeitet eine Ärztin aus Saudi Arabien bei uns, welche nur mangelhafte Deutschkenntnisse besitzt- da läuft (fast) alles falsch:
    ….unfähig selbstständig einen Arztbrief zu verfassen - sie versteht den regionalen Dialekt der Patienten nicht - ergo ist die Anamnese des Patienten entsprechend fehlerhaft- unfähig Rö-Anforderungen / Patienten -Arztkonsil anzumelden .
    Kalium /Kalzium-Gaben werden verwechselt …..( zu viel Kalium kann tödlich sein ).
    Das schon überlastete Personal (Krankenschwester/Pfleger) wird dann von ihr angesprochen, um ihr bei den o.g. Maßnahmen "Hilfestellung" zu leisten, oder ihr bei Verständigungsproblemen für sie (Englisch) Dolmetscher zu sein.
    Das alles wird alles geduldet und hingenommen - auch von der Klinikleitung und das nicht nicht ohne Hintergedanke bzw. Vorteil :…..nur so, ist dem Chef sein kostenloser Urlaub in dem jeweiligen Land ,aus welchem der Arzt kommt, auf Jahre gesichert ;-)

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