Schlechtes Krisen-Management
BND-Chef Uhrlau wegen Kosovo-Affäre unter Druck

Das Krisen-Management von BND-Präsident Ernst Uhrlau in der Kosovo-Affäre wird ein Nachspiel im Parlamentarischen Gremium zur Kontrolle der Geheimdienste haben. Drei Mitarbeiter des deutschen Geheimdienstes waren im November in Pristina verhaftet worden.

HB OSNABRÜCK. Der stellvertretende Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG), Max Stadler (FDP), sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag): „Die politische Aufarbeitung der Kosovo-Affäre kann mit der Freilassung der drei BND-Agenten nicht abgeschlossen sein.“ Vielmehr werde das Krisen-Management Gegenstand einer weiteren Sitzung des Kontrollgremiums sein.“ Stadler sagte: „Wenn unschuldige BND-Mitarbeiter mehr als eine Woche unter dramatischen Umständen in Haft sitzen, war das Krisen-Management völlig unbefriedigend.“

Nach Medienberichten soll ein frühzeitiger Hilferuf der später verhafteten Agenten an die Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) mehrere Tage lang nicht beachtet worden sein. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), sagte der Zeitung mit Blick auf Uhrlau: „Wenn ein BND-Präsident über derart schwerwiegende Vorkommnisse nicht unverzüglich unterrichtet wird, damit er handeln kann, dann hat er den Dienst nicht mehr unter Kontrolle.“

Die drei BND-Männer waren im November in Pristina unter dem Vorwurf verhaftet worden, einen Anschlag auf die EU-Verwaltung verübt zu haben. Ein Richter ordnete für sie 30 Tage Untersuchungshaft an. Die Männer wurden am 28. November freigelassen, nachdem sich die Vorwürfe gegen sie als haltlos erwiesen hatten.

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