Schlechtes Krisenmanagement
Fischer greift Merkel und Steinbrück an

Der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer geht mit der Bundesregierung hat ins Gericht: Das Krisenmanagement von Kanzlerin Angela Merkel sei wenig überzeugend, kritisierte Fischer. Auch Finanzminister Steinbrück bekam sein Fett weg.

HB BERLIN. Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hat das Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Wirtschafts- und Finanzkrise kritisiert. "Ich bin von der Performance der Bundesregierung und namentlich der Bundeskanzlerin in der Krisenbewältigung überhaupt nicht überzeugt", sagte Fischer im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. Kritik übte er in diesem Zusammenhang auch an Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD). "Er redet viel und muss dann die Dinge wieder zurücknehmen", sagte der ehemalige Spitzenpolitiker der Grünen. Seinen Parteifreunden bescheinigte er, sie hätten ebenfalls nicht überzeugend agiert.

Die Kanzlerin habe die europäische Führungsaufgabe, die alle Europäer von Deutschland erwartet hätten, nicht wahrgenommen, sagte Fischer. "In einer solchen Krise guckt alles auf die Nummer eins. Da bedarf es des festen Blicks nach vorn, einer starken Hand und zumindest des Eindrucks, dass sie weiß, wohin es geht." Außerdem sei das in dieser Woche vom Kabinett verabschiedete Konjunkturprogramm lediglich auf die übliche Dimension von Wachstumseinbruch zugeschneidert, "aber nicht auf das, was an realwirtschaftlichem Tsunami auf uns zurollt".

Seinen Nachfolger im Auswärtigen Amt, Frank-Walter Steinmeier, nahm Fischer in Schutz. Der SPD-Kanzlerkandidat sei weder in der Finanzkrise noch beim Desaster der hessischen Genossen vordringlich gefragt gewesen. Bei den Vorgängen in Hessen hätte die SPD - Parteiführung in Berlin wenig machen können. Fischer riet der SPD, ihr Verhältnis zur Linkspartei zu klären. "Die SPD schleppt diese strategische Frage seit der deutschen Einheit mit sich herum." (Das Interview lag vorab im Wortlaut vor.

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