Schleppende Konjunkturentwicklung kommt noch hinzu
Hohe Nachmeldungen belasten Arbeitsmarkt im März

Die Arbeitsmarktzahlen für März werden durch die unerwartet hohe Nachmeldung erwerbsfähiger früherer Sozialhilfeempfänger für das Arbeitslosengeld II voraussichtlich stark belastet.

HB BERLIN. Das Mitglied im Hartz-IV-Ombudsrat Hermann Rappe sagte der „Berliner Zeitung“ vom Donnerstag, die Kommunen, die Langzeitarbeitslose in Eigenregie betreuten, dürften für den März nochmals rund 130 000 Sozialhilfeempfänger für das Arbeitslosengeld II nachmelden. Diese würden dann in die Arbeitslosenstatistik einfließen. Damit könnte die ursprüngliche Hoffnung der Regierung auf einen sichtbaren Rückgang der Arbeitslosenzahlen im März einen weiteren Dämpfer erhalten. Belastet wird die Arbeitsmarktentwicklung ohnehin durch die schleppende Konjunkturentwicklung.

Experten hatten die Erwartung geäußert, dass die Arbeitslosenzahl im März, allerdings nur in begrenztem Ausmaß, unter den Nachkriegsrekord vom Februar von 5,216 Mill. fallen wird. Einige Fachleute rechnen nur mit einer Entwicklung nahe der Stagnationslinie. Saisonbereinigt gehen viele Volkswirte von einem erneuten Anstieg aus, wobei dieses Plus auf zwischen 20 000 und 125 000 veranschlagt wird. Die „Berliner Zeitung“ berichtete aus Kreisen der Bundesagentur für Arbeit, der Rekordstand vom Februar werde im März „nur minimal“ unterschritten. Das Wirtschaftsministerium hält für den März alles für möglich: von einem Rückgang über eine Stagnation bis zu einem Anstieg.

Die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Arbeitsagentur in den Arbeitsgemeinschaften funktioniert nach Rappes Worten derzeit erst mit Einschränkungen. „Noch klappt die Zusammenarbeit zu rund 75 %“, sagte er der Zeitung. Gewaltig gehakt habe es zunächst bei den Kommunen, die die Langzeitarbeitslosen in Eigenregie betreuten. Er gehe davon aus, dass man im Mai soweit sein werde, das Prinzip des Forderns und des Förderns voll zum Tragen kommen zu lassen. Dann könnten sich die meisten Mitarbeiter von Bundesagentur und Kommunen ganz auf die Betreuung und Vermittlung konzentrieren.

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